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Reformen. Immer wieder Reformen. Ob Ökonomen, Juristen, Unternehmer, Wirtschaftsjournalisten: Immerzu fordern sie Reformen; mancher mag es gar nicht mehr hören.Schon vor elf Jahren wurde “Reformstau” zum Wort des Jahres gekürt, heute hätte es wohl Chancen auf den Titel “Unwort des Jahres”. Steuer-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Bildungsreform: Die Vorschläge liegen auf dem Tisch. Und sind allesamt unpopulär. Reicht es denn nicht langsam, fragen viele, sind die Deutschen nicht durch allerlei Veränderungen schon gestraft genug? Warum also noch mehr? Soll nicht erst einmal wirken, was bereits angeschoben ist? Oder, noch besser: Soll man es nicht einfach wieder zurückdrehen, vornehm ausgedrückt: “nachjustieren”? Hinter dieser Sichtweise steckt ein großes Missverständnis. Es ist ja nicht so, dass gewaltige Projekte die Politik der vergangenen Jahrzehnte von Helmut Kohl bis Angela Merkel geprägt hätten. Große Reformen - und dennoch, oder gerade deswegen, sei es heute noch schlimmer? Andersherum stimmt es eher. Deutschland hat Probleme in einer globalisierten Welt, wo aufstrebende Nationen rund um die Erde den müde gewordenen Wirtschaftsgroßmächten auf den Pelz rücken. Und diese Probleme sind ja nicht trotz der vielen Reformen so drückend oder gar wegen ihrer - sondern weil viele Veränderungen der vergangenen Jahre fehlgeschlagen sind. Oder weil es der Politik nicht gelungen ist, die Menschen mitzunehmen und ihnen den Wandel zu erklären. Flickschusterei, halbe Sachen, Widersprüchlichkeiten, Augenwischerei: Das ist die Realität in Deutschland. Weiterlesen und Quelle: Süddeutsche Zeitung |
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