Verfasst von: Dr. Who | 4.4.14

770 | Volle Ladung Hass – Deutschland deine Irren

Nachfolgender Beitrag wurde zuerst auf Facebook online gestellt von Bettina Röhl

Unter der Überschrift "Volle Ladung Hass" verbreitet Ijoma Mangold heute in der "Zeit" sein wirklich hasszerfressenes Pamphlet zu dem Buch "Deutschland von Sinnen". Einen solchen Hassreflex dürfte Mangold eigentlich nicht nötig haben. Die Pseudo-Rezension beschäftigt sich nicht mit dem Inhalt des Buches, sondern pickt reflexartig Schnipsel zusammenhanglos heraus und dies mit einem ganz und gar unappetitlichen Willen. Da will sich jemand selber als Saubermann profilieren. Das geht gründlich in die Hose und das liegt vor allem daran, dass Mangold als Autodidakt nicht genügend Wissen und Substanz akkumuliert hat

Mangold nennt Pirinçci einen "Autodidakten" auf den Feldern Gender, Migration und was Pirinçci sonst noch behandelt, obwohl ihm gerade dieses Urteil selber nicht zusteht. Jedenfalls nicht ex kathedra, wie Mangold jedoch auftritt. Denn auf all diesen Feldern ist Mangold erkennbar nicht Fachmann und kann ergo auch die Fachmannschaft oder autodidaktische Fachmannschaft Pirinçci nur höchst angelernt und mainstreamgläubig beurteilen. Es ist immer schlecht, wenn ein Beurteiler einem anderen Beurteiler mit der Behauptung beizukommen versucht, dass der andere weniger Ahnung hätte als er selbst. Mangold ist für Literatur bei der "Zeit" zuständig und bliebe, wenn man die von ihm hier vorgestellten Maßstäbe auf seine Person anwendet, besser bei seinen Leisten.

Böser bloßer Verrisswille

Natürlich kann auch der Literaturfunktionär einer Zeitung jedes Buch rezensieren, wenn er will, aber er muss sich hüten, einen bösen bloßen Verrisswillen mit Sachkenntnissen zu bemänteln, die er offenbar nicht hat. Und der Verrisswille, der wird durch zweierlei unübersehbar deutlich. Zum einen schwört Mangold, nie in seinem "Berufsleben" einen "Hitler-Vergleich gezogen" zu haben, was so viel heißt wie, dass er diesen Vergleich im Privatleben schon öfter gezogen haben dürfte, und zum anderen ist der Vergleich von Pirinçci und seinem Buch "Deutschland von Sinnen" mit "Hitler" und "Mein Kampf" ein fristloser Kündigungsgrund wegen überbordender Dummheit, historischer Ahnungslosigkeit und einem jenseits der Toleranzschwelle liegenden bösmenschenverachtenden Willen.

Die ganze sogenannte Rezension offenbart einen sehr offen liegenden, leider auf Schwafelniveau liegenden Verrisswillen ganz eigener Art. Mangold faselt irgendwelche Idioten herbei, die die blöde Masse in Deutschland ausmachten und die aufgrund eigener Defizite massenhaft das Buch von Pirinçci kauften. Da schwingt sogar noch ein bisschen Neid mit. Einen solchen sogenannten Verriss dürfte Mangold, wie gesagt, eigentlich nicht nötig haben, und mit seinem Hitler-Vergleich diskreditiert Mangold sich auf eine Art und Weise und er blamiert sich bis auf die Knochen, dass ihm zu empfehlen wäre, wenigstens im Nachhinein Größe zu zeigen und sich für seinen Hitlervergleich öffentlich zu entschuldigen. Es gibt aktuell gerade eine Inflation von Hitlervergleichen, das macht die Sache nicht besser.

Die Urväter des Ungeistes der heutigen Zeit – man kann es kaum noch hören, aber das sind nunmal die 68er – liefen einst dem wahrscheinlich effektivsten Völker- und Massenmörder des 20. Jahrhunderts, Mao Tse Tung, wie aufgezogene Spielzeuge hinterher und können sich bis heute nicht adäquat von ihrem Obermeister befreien und vor allem nicht den Befreiungsschlag liefern, dass sie dezidiert der Nachwelt erklären, dass sie den grandiosesten Totalirrtum der Nachkriegsgeschichte hingelegt haben.

Der Hitler-Vergleich ist ein schwerwiegender und zugleich lächerlicher Fehler

Wenn es einen Hitlervergleich geben kann, dann den mit dem Urgott der Westlinken, Mao Tse Tung, die den heutigen Zeitgeist zu vertreten haben. Jenen Ungeist, in dem der sonst sehr freundliche Herr Mangold, ohne es zu wissen, schwimmt, wie die berühmten "Fische", die Mao Tse Tung in seinem berühmten Bild der Nachwelt hinterlassen hat. Nachgeboren schützt nicht vor Fehlern.

Mangold wirkt wie jemand, der einen Auftrag (und sei es ein selbst gestellter Auftrag) sich bemüht überzuerfüllen, und zwar das Buch "Deutschland von Sinnen" zu verreißen. Und der sich soweit in die Sache hineinsteigert, dass er sich mit seinem Hitler-Vergleich selber abschießt. Das ist ein schwerwiegender Fehler und es ist auch zugleich einfach nur lächerlich.

Dass es in Deutschland eine Reihe von Fehlentwicklungen gibt, ist Fakt. Das Moment der Wut, des Hasses liegt ganz auf der Seite derer, die die Fakten nicht nur ignorieren, sondern gegebenenfalls auch brutal unterdrücken. Ob auch nur eine einzige Analyse von Pirinçci zutrifft oder keine oder alle, ist der eigentliche Gegenstand einer Rezension des Buches. Da zeigt Mangold ein Höchstmaß an Feigheit. Es wäre ja schön, wenn der Leser von einem Mangold erführe, die Behauptung von Pirinçci sei falsch, weil…, und jene ist falsch, weil…, und die dritte ist falsch, weil… aber da fehlt Mangold offenkundig dann wieder die Fachmannschaft, falls man das Wort "Fachmannschaft" überhaupt noch öffentlich verwenden darf. Falls man es nicht verwenden darf, fehlt ihm eben schlicht die Sachkenntnis.

Schade, dass politisch motivierte Verrisse heutzutage mit einem Höchstmaß an Anspruch daher kommen und doch meist nur sehr flache, aber sehr aggressive Bettvorleger sind.

Man mag Pirinçci beurteilen wie man will, aber ihm menschenverachtenden Hass zu unterstellen, ist abwegig. Wer die herrschenden Strukturen und Klassen angreift, wie Pirinçci es tut, ist, ganz unabhängig von der gewählten literarischen Form, die dem Kulturbetrieb sonst gar nicht deftig genug sein kann, und unabhängig von der Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Argumente, kein Menschenfeind. Er ist bereits kraft Definition kein Menschenfeind. Es gibt keine Aussage von Pirinçci dergestalt, dass er Menschen verletzen oder beschädigen will. Da musste Mangold beweisfällig bleiben. Eins zeigt der vor Hass strotzende Text: Wer das Mainstream-Idyll stört, hat aggressive Attacken zu gegenwärtigen. Aber die Hitlernummer geht, um es deutlich zu wiederholen, gar nicht.

Der Zeit-Artikel ist zur Zeit nicht im Netz. Meine Rezension zu dem Buch "Deutschland von Sinnen" von vor einer Woche auf Wiwo online: wiwo.de

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Auszug:

Ich glaube eher, dass Pirincçi die feuilletonistisch frisierte, seifig-glitschige Klassensprecherrhetorik, das oberseminaristische Heititei-, Hyperkorrektheits-, Gouvernanten- und Gluckengewäsch mit picobello zusammengerollter Wochenzeitung in der Armbeuge, den blasierten Besserwissertonfall, der Espressos im Einstein mit Erkenntnis verwechselt, das ganze ranzige Selbstbespiegelungs-Ejakulat  von Politik und ihren Presstituierten gründlich satt hatte und das oftmals krasse Missverhältnis zwischen Form und Inhalt durch Verkehrung ins zwar äußerlich Grobe, dafür aber inhaltlich Pointierte bloßzulegen versuchte. Während er sich einer mitunter sehr derben Genital- und Fäkalsprache bedient, in seinen gesellschaftlichen und politischen Zustandsbeschreibungen und Analysen bestehender Probleme aber meistens zielsicher ins Mark trifft, ist es in der leidmedialen Schönschreiberei oft genau umgekehrt: Dort parfümiert man gerne Denkdung mit akadämelnder Philologisterei und lässt im journaluftigen Wellness-Warmwortgebläse prosawettbewerblich vorbildlich geknüpfte Wortgirlanden um die Probleme sanft herumwehen (dazu im Hintergrund Fahrstuhljazz wie aus einer Werbung für Pickelcreme), statt sie sprachlich zu sezieren. Man kann dort ganz nett sprechen und schreiben, jaja. Es besteht also dringender Preisverdacht. Man differenziert und differenziert, übersieht dabei allerdings, dass allzu viel Differenzierung nicht unbedingt zu inhaltlicher Verdichtung, sondern auch Zerfaserung bis zur Unkenntlichkeit führen kann.

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