Verfasst von: Dr. Who | 22.4.14

828 | Russland nutzt Bruch mit NATO für Analyse der Beziehungen

Der Bruch der Zusammenarbeit mit der NATO veranlasst Russland zu einer detaillierten Analyse der früheren Beziehungen zur Allianz und zur Einschätzung ihrer Ergebnisse. Das schrieb Russlands Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow in einem Beitrag der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta", der in der Dienstag-Ausgabe abgedruckt wird.

„Leider ist es nicht gelungen, eine gleichberechtigte Partnerschaft und eine gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit mit der Allianz aufzubauen. All das Positive, was in den letzten Jahren geschaffen wurde, brach nach der ersten Erschütterung wie ein Kartenhäuschen zusammen. Jetzt hat Russland eine Möglichkeit zu analysieren, was in den Beziehungen zur Allianz richtig und was falsch gemacht wurde. Russland will versuchen, die Antwort auf die Hauptfrage zu finden – welche Resultate erwarten wir denn vom Zusammenwirken mit der NATO.“

Der Minister ist der Ansicht, dass beide Seiten an einer Zusammenarbeit gleichermaßen interessiert sind. „Alle erfolgreichen Kooperationsprojekte, von denen NATO-Vertreter so gerne sprechen, konnten nur deshalb verwirklicht werden, weil sie beiden Seiten Vorteile gebracht hatten. Die Resultate wurden dank einem neuen Niveau des Vertrauens und der gegenseitigen Verständigung zwischen Militärexperten erzielt“, schrieb Antonow.

„Die Allianz versucht jetzt, einen Keil zwischen Russland und seine Verbündeten zu treiben, indem die NATO ihnen von den ‚schlechten Russen‘ erzählt und sie zwingt, sich auf den Westen umzuorientieren… Die Allianz versucht, ihren Kurs sogar in Staaten durchzusetzen, die Mitglieder der Organisation des Vertrages über die kollektive Sicherheit (OVKS) sind.“

Das ukrainische Szenario sei ein Versuch, das Konzept der „Durchsetzung der Demokratie“ oder sogenannter bunter Revolutionen zu realisieren. Politisch und ökonomisch wirke sich das negativ auf die regionale und die globale Sicherheit aus. „Dem Problem ‚bunter Revolutionen‘ soll mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es kommt darauf an, nach den Wurzeln dieses Phänomens und nach Methoden seiner Abwendung zu suchen.“

Antonow zufolge soll Russland an der Lösung dieses Problems mit anderen Ländern arbeiten, darunter mit Kollegen in der OVKS und in der Shanghaier Kooperationsorganisation (SOZ). „Sie sind doch ebenfalls daran interessiert, ein Durchsickern dieses Übels in ihre Länder nicht zuzulassen. Dies wird zum zentralen Thema im Rahmen unserer Präsidentschaft in der SOZ im Jahr 2015 sein“, betonte der Minister.

Quelle: http://de.ria.ru/security_and_military/20140421/268327195.html

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