Verfasst von: Dr. Who | 26.4.14

847 | China will „Seidenstraße“ bis zur Krim verlängern

China will „Seidenstraße“ bis zur Krim verlängernFoto: blacksea-crimea.com

STIMME RUSSLANDS Moskau und Peking werden bei der Errichtung eines Tiefwasserhafens auf der Krim zusammenarbeiten, sagte Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow.

Dabei beteuerte der Diplomat, dass der Krim-Beitritt zu Russland keine Rolle bei diesem Projekt gespielt habe. Es handelt sich um die erste offizielle Bestätigung für das russische Interesse an einer Partnerschaft mit China beim Hafenbau auf der Krim.

Das Projekt war bei einem chinesisch-ukrainischen Gipfel in Peking im Dezember 2013 angekündigt worden. Es handelt sich um den Bau eines Tiefseehafens nahe der Stadt Jewpatorija, in den die Chinesen zehn Milliarden Dollar investieren könnten. Die erste Projektphase kostet drei Milliarden Dollar. Tschischow bestätigte, dass China nicht die Absicht habe, die Finanzierung dieses Projektes zu ändern.

Mit seinem Krim-Projekt sorgte Peking für großes Aufsehen. Das wäre ein wichtiger Schritt für Chinas Expansion auf dem europäischen Markt, sagte der Experte Michail Alexandrow vom GUS-Forschungsinstitut. „China ist an den Transitmöglichkeiten dieses Hafens interessiert. Im Dezember rechnete es damit, dass der Hafen auf ukrainischem Territorium liegen würde. Die Ukraine wollte früher oder später ein Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnen und würde dann gewisse Vorteile erhalten. Damit hätte China Möglichkeiten für einen effizienteren Handel mit der EU. Natürlich hat die Volksrepublik von Anfang an Mittel in die Machbarkeitsstudie dieses Projektes investiert und ist an seiner Umsetzung selbst auf russischem Territorium interessiert“, so der Branchenkenner.

Mit seinem „Verbleib“ auf der Krim gibt Peking seinen ausländischen Partnern gleich zwei wichtige Signale: Erstens gibt es nicht dem politischen Druck aus dem Westen nach und wird seine Wirtschaftsinteressen wegen der Ukraine-Krise nicht aufgeben. Ein Spiel gegen Russland auf der Seite der EU kommt für die Chinesen erst gar nicht infrage, obwohl die Europäer immer wieder entsprechende Versuche unternehmen. Darauf war beispielsweise der jüngste China-Besuch des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier ausgerichtet.

Das zweite Signal betrifft die Fortsetzung der Gespräche über den Hafenbau auf der Krim mit der russischen Seite. Das bedeutet im Grunde, dass China die neue geopolitische Realität de facto anerkennt.

Das Krim-Projekt stimme mit der weltweiten Expansionsstrategie der Volksrepublik überein, äußerte der Experte Alexandrow. „China braucht günstige Bedingungen für seinen Handel und seine Investitionen. Das ist durchaus normal, wenn man den immer weiter wachsenden geopolitischen Einfluss Chinas in verschiedenen Regionen der Welt bedenkt. Die Chinesen wollten auch in den USA Häfen kaufen, doch das wurde ihnen dort verboten.“

Unter anderem ist Peking an gemeinsamen Programmen zur Entwicklung der „alternativen Energiewirtschaft“ auf der Krim interessiert. Das gab der russische Vizepremier Arkadi Dworkowitsch vor kurzem am Rande des Asiatischen Wirtschaftsforums im chinesischen Boao zu verstehen. In erster Linie geht es um den Bau von Solarkraftwerken, denn China ist der wichtigste Lieferant von Solarbatterien in die EU-Länder und die USA. In letzter Zeit beklagen die chinesischen Unternehmen jedoch große Einbußen wegen der Erhöhung der Importzölle in der EU. Manche Firmen mussten sich sogar zurückziehen. Aus diesem Grund hat China unlängst auf die geplanten Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Dollar in ein Solarkraftwerk im US-Bundesstaat Nevada verzichtet.

Jetzt scheint sich China auf die Krim umzustellen und gleichzeig den USA zu demonstrieren, sich politisch nichts diktieren zu lassen. RIA Novosti/STIMME RUSSLANDS

Quelle: http://german.ruvr.ru/news/2014_04_25/China-will-Seidenstra-e-bis-zur-Krim-verlangern-9618/

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