Verfasst von: Dr. Who | 27.4.14

852 | Unsichtbares U-Boot vor US-Küste

von Natalia Kowalenko

© Foto: ru.wikipedia.org

Ohne internationale Normen zu verletzen, hat ein russisches Jagd-U-Boot im Verlauf eines Übungseinsatzes erfolgreich seine Aufgaben an der US-Küste erfüllt.

Das U-Boot, welches mit Marschflugkörpern von großer Reichweite ausgestattet ist, kreuzte einen Monat lang in den Gewässern des Golfes von Mexiko. Es wurde erst entdeckt, als es das Gebiet schon wieder verließ. Dies teilte das amerikanische Nachrichtenportal Washington Free Beacon mit Verweis auf einen hochrangigen Beamten im Pentagon mit.

Das russische Mehrzweck-U-Boot Schtschuka-B des Projekts 971 („Akula“ nach der NATO-Klassifikation) hat einige Wochen an der amerikanischen Küste patrouilliert. Dessen Standort in unmittelbarer Ufernähe konnten die amerikanischen Satelliten wie auch die Unterwasserschallsensoren nicht feststellen. Das U-Boot wurde erste entdeckt, als es den Amerikanern den Rücken kehrte.

Die russischen Seeleute konnten also so, ohne dabei internationale Normen und das souveräne Territorium eines anderen Staates zu verletzen, gleich mehrere taktische und strategische Aufgaben erfüllen. Erstens hat die Mannschaft die Übung erfolgreich durchgeführt. Zweitens konnten die russischen Militärs Daten über die Bewegungen von amerikanischen Schiffen über und unter Wasser in dieser Region sammeln. Außerdem hat Russland den USA eindeutig demonstriert, dass es kein absolut zuverlässiges Sicherheitssystem gibt, meint Wladimir Ewsejew, Direktor des Zentrums für öffentlich-politische Forschung.

„Das ist eine demonstrative Lektion für die USA, dass diese nicht der ganzen Welt ihre Außenpolitik mit Gewalt aufzwingen sollten. Denn auch andere Staaten verfügen über gewisses militärisches Potential. Falls die USA ihre nationalen Interessen nur mit Gewalt durchsetzen wollen, wird das wie ein Bumerang wieder auf sie zurückfallen. Die USA sollten ihre Anfälligkeit verstehen, da das globale Raketenabwehrschild gegen Marschflugkörper sehr ineffektiv ist, denn diese fliegen in sehr geringen Höhen. Atom-U-Boote sind mit Marschflugkörpern ausgestattet, die nicht mit gewöhnlichen Mitteln erkannt werden können, die für die Abwehr von ballistischen Raketen eingesetzt werden. So gibt es also eine Lücke in der Raketenabwehr, was wiederum zeigt, dass es kein ideales Raketenabwehrsystem gibt. Aus dieser Perspektive bricht die ganze Konstruktion der US-amerikanischen Unverwundbarkeit in sich zusammen, die zu eine quasi Narrenfreiheit in der internationalen Politik führt.“

In Russland gratulieren sich Militärspezialisten zu dieser erfolgreichen Operation. In den USA jedoch ruft das Unvermögen, das U-Boot zu orten, Besorgnis in Militärkreisen hervor. Offizielle Kommentare seitens der US-Administration oder dem Militär gab es nicht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass es zufällig zu diesem Informationsleck kam. Das Pentagon will wohl so versuchen, den Kongress zu überzeugen, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben, meint Aleksandr Chramtschihin, Experte am Institut für Politik- und Militäranalysen.

„Es gibt für mich keinen Zweifel daran, dass diese Information nur im Zusammenhang mit dem Haushalt zu sehen ist. Denn dieser sieht für Militärausgaben radikale Kürzungen vor. Dieser Propagandazug zielt darauf ab, die Marine von den Kürzungen auszuschließen.“

Das U-Boot „Schtschuka-B“ ist der wichtigste Typ der Mehrzweck-U-Boote in der russischen Marine. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es schwerer als andere Typen zu orten ist. Insgesamt wurden 15 solche U-Boote hergestellt, eines davon wurde an Indien verkauft.

Quelle: http://german.ruvr.ru/2012_08_15/85133267/


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