Verfasst von: Dr. Who | 11.5.14

879 | Putin: Unterstützung durch Gott

Mehrere bekannte europäische Politiker haben den geradlinigen Kurs des russischen Präsidenten Wladimir Putin angesichts der Ereignisse in der Ukraine-Krise gelobt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

Es handelt sich nicht nur um Anti-Amerikanisten und Ultranationalisten, sondern auch um Anhänger einer harten Staatsführung und der Stärkung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Russland. Sie halten die Angliederung der Krim an Russland für legitim und historisch gerechtfertigt. Sie bezeichnen den Kreml-Kurs als Gegengewicht zum westlichen Mainstream.

Am stärksten wird Putin in Deutschland unterstützt. Dort genießt er große Sympathien in der Bevölkerung. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sind 36 Prozent der Deutschen gegen Wirtschaftssanktionen gegen Russland. In Großbritannien sind es 23 Prozent, in Dänemark, Schweden und Norwegen je 15 Prozent. Laut einer anderen Umfrage sind 49 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass Berlins Außenpolitik das Gleichgewicht zwischen dem Westen und Russland herstellen sollte. Nur 46 Prozent sind für eine Allianz mit dem Westen ohne Berücksichtigung der Interessen Russlands. Einer weiteren Umfrage zufolge ist die Hälfte der Deutschen dafür, die Krim als russisches Territorium anzuerkennen. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Russlands in der EU. Trotz der harschen Kritik der deutschen Regierung am Ukraine-Kurs des Kremls reiste Siemens-Chef Joe Kaeser Ende März nach Moskau.

Altkanzler Helmut Schmidt zeigte in einem „Zeit“-Interview Verständnis für Putins Vorgehen und bat die Deutschen, sich über die historischen Fakten Gedanken zu machen, bevor sie den Kreml kritisieren. Viel wichtiger als das Völkerrecht sei die Geschichte der Krim.

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder gilt als guter Freund von Putin. Er sprach von Versuchen des Westens, Russland in die Zange zu nehmen, und von Völkerrechtsverstößen bei den Nato-Luftangriffen auf Serbien. Auch der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi gilt als Putin-Freund. Die Isolierung Russlands widerspreche der Geschichte. Der Beschluss, Russland aus der G8 auszuschließen, sei Unsinn, so Berlusconi.

In Frankreich wird Putin von Jean-Marie Le Pen von der Front National (FN) unterstützt. Putin habe keinen einzigen Fehler gemacht, während die EU und die USA fast immer Fehler machen, so Le Pen. Die Krim-Einwohner hätten bei dem Referendum ihren Willen geäußert, in ihr Herkunftsland zurückzukehren, von dem sie 60 Jahre lang getrennt gewesen seien.

Der frühere französische Regierungschef Francois Fillon rief die Franzosen ebenfalls dazu auf, die russischen Ansprüche auf die Krim als historisch legitim anzuerkennen. Je weniger sich die USA darin einmischten, desto besser sei es, sagte er.

Der Chef der UK Independence Party, Nigel Farage, lobte Putin als einen ausgezeichneten Politiker. „Ich mag ihn nicht, ich würde ihm nicht vertrauen und würde nicht in seinem Land leben wollen. Doch im Vergleich zu den Kindern, die sich mit der Außenpolitik in Großbritannien beschäftigen, würde ich ihn mehr respektieren als der größte Teil unserer Bevölkerung“, sagte er.

Márton Gyöngyösi von der ungarischen Partei Jobbik sagte: „Wir sind an einem wachsenden Russland interessiert, das die eigenen Interessen auf sehr interessante Weise verteidigt und ein Gegengewicht zum Westen bildet“.

Quelle: http://de.ria.ru/zeitungen/20140408/268226450.html

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