Verfasst von: Dr. Who | 16.8.14

902 | USA: Intellektueller Verfall

Marie HarfMarie Harf © Screenshot: YouTube

STIMME RUSSLANDS „Die Russen haben mehrfach über das gelogen, was passiert ist. Deshalb gibt es ihnen gegenüber einfach kein Vertrauen.“ Das erklärte am 23. Juli die stellvertretende Pressesprecherin des amerikanischen Außenministeriums, Marie Harf, bei einem Briefing. Natürlich ist dieses Gefühl zwischen den USA und Russland tief und beruht auf Gegenseitigkeit. Aber wie sich herausstellt, glauben die USA vielen nicht.

Wenn man das Stenogramm dieses konkreten Briefings liest, wird klar, dass der Pressedienst des Außenministeriums nicht einmal den Meldungen ehrbarer Informationsagenturen Glauben schenkt. Auch wenn sie die Pressestelle selbst betreffen.

So antwortete Harf auf eine Frage zu der aufsehenerregenden Meldung, dass ihr Chef John Kerry und die gesamte US-Delegation vor ihrem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdul Fatah Al-Sisi durch einen Metallsuchrahmen gehen mussten, ganz naiv: „Ich denke, er ist einfach durch eine Tür gegangen. Vielleicht war da auch ein Metallsuchrahmen.“ Als ein Journalist mitteilte, dass Videoaufnahmen die Kontrolle des US-Außenministers bestätigen und Kerrys Anzugsjacke auch noch mit einem Metalldetektor abgesucht wurde, meldet sie weiter Zweifel an: „Wir können das überprüfen, aber ich denke, die Information ist ungenau.“ Zwei Tage danach überprüfen, was mit dem US-Außenminister und Harfs unmittelbarer Vorgesetzten Jen Psaki passiert ist, ohne eine klare Antwort darauf zu haben, was im arabischen Osten bereits als „öffentliche Erniedrigung Amerikas“ bezeichnet wurde?

Der Pressedienst des Außenamts ist schon lange bekannt für seine Unlust, einfache Antworten auf konkrete Fragen zu geben. Harf brachte nach sechs Jahren Arbeit bei der CIA ein gewisses Element von Rätselhaftigkeit in diesen Prozess ein. So sollte ihrer Ansicht nach im Falle der malaysischen Boeing die Information der amerikanischen Seite ohne Beweise akzeptiert werden, denn die Anführung dieser Beweise könnte gewisse Möglichkeiten der amerikanischen Aufklärung offenlegen.

Für die Welt ist solch eine Argumentation etwas Neues, für die USA nicht. Die Tragödie der malaysischen Boeing geschah genau 18 Jahre nach der Explosion eines Flugzeugs von TWA am 17. Juli 1996, zwölf Minuten nach dem Start vom New Yorker Flughafen John F. Kennedy. Damals waren alle 230 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Wegen des Verdachts, es könnte ein Terroranschlag gewesen sein, nahmen sich das FBI, die CIA und das Militär der Sache an. Als offizielle Version der Katastrophe wurde die Explosion eines Treibstofftanks angegeben. Aber, wie auch jetzt, wurden die Hauptargumente der Ermittler – Aufnahmen aus dem Weltraum – bis heute nicht gezeigt. Im Endeffekt blieben Dutzende Augenzeugen, die angeblich eine Rakete gesehen haben wollten, und ehemalige Angehörige der Nationalen Behörde für Transportsicherheit, die der Regierung vorgeworfen hatten, sie seien bei der Arbeit und der Aufdeckung der wahren Umstände des Unglücks behindert worden, ein unerklärliches Phänomen. Auch die alternative Version – ein zufälliger Abschuss einer Rakete von einem US-Kriegsschiff aus – ähnelt der von heute.

Damals wie heute antworteten die US-Geheimdienste auf die Fragen der Öffentlichkeit mit Animation. Aber der Clip mit einer Computer-Rekonstruktion der Ereignisse hat das amerikanische Publikum nicht überzeugt.

Denn wen kann eine Formulierung wie „Wir wissen, was passiert ist und wer das getan hat, aber wir werden es niemandem erzählen“ schon überzeugen? Nach ihrer Übertragung in die Außenpolitik sieht sie genauso absurd aus wie in inneren Untersuchungen.

Es gibt bei dieser Praxis übrigens glückliche Ausnahmen. Bei demselben Briefing dementierte Harf die Information türkischer Medien darüber, dass der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu angeblich gegenüber Journalisten gesagt hatte, John Kerry hätte sich besorgt über Aussagen seiner Sprecherin, Jen Psaki, geäußert. Wie es aussieht, war es Davutoğlu selbst, der da seine Empfindungen angesichts der mutigen Äußerungen der Leiterin der Pressestelle des US-Außenamtes zum Ausdruck gebracht hatte. Was Kerry angeht, so meint Harf, „der Außenminister steht hinter allem, was Jen Psaki und, wie ich hoffe, ich von dieser Stelle aus sagen“.

Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_07_28/Die-USA-beschwindeln-alle-8321/

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