Verfasst von: Dr. Who | 14.9.14

960 | NATO: Direkte Waffenlieferungen an Ukraine angelaufen

Kiew: Nato-Länder beginnen mit Waffenlieferungen an Ukraine© Foto: AP/Efrem Lukatsky
Kiew: NATO-Länder beginnen mit Waffenlieferungen an Ukraine© AP/ Evgeniy Maloletka

Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister Waleri Geletej läuft bereits eine Waffenübergabe an Kiew durch NATO-Mitgliedsländer.

Geletej wies darauf hin, dass er Anfang September zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten dem NATO-Gipfel in Wales beigewohnt und die Allianz um Hilfe für die Ukraine gebeten hatte.

„Ich habe auch (am Rande des Gipfels-Red.) unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit den Verteidigungsministern führender Länder der Welt, mit denjenigen gesprochen, die uns helfen können. Und sie haben uns Gehör geschenkt. Derzeit vollzieht sich der Prozess der Waffenübergabe“, sagte Geletej in einem Interview für den ukrainischen Fünften Kanal am Samstagabend.

Früher hatte der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko mitgeteilt, dass es ihm gelungen sei, mit einer Reihe von NATO-Ländern über direkte Lieferungen von modernen Waffen an die Ukraine übereinzukommen. Nach Angaben von Juri Luzenko, Berater des ukrainischen Staatschefs, wurde auf dem NATO-Gipfel in Wales eine Vereinbarung über Waffenlieferungen aus den USA, Frankreich, Polen, Norwegen und Italien getroffen. In der Folgezeit dementierten all diese Länder diese Erklärung. Der ukrainische Präsident beharrte jedoch darauf, dass es immerhin gelungen sei, mit einer Reihe von NATO-Ländern über direkte Lieferungen von modernen Waffen übereinzukommen.

Vor ein paar Monaten sah das völlig anders aus:

US-Präsident Barack Obama hält es für sinnlos, die ukrainische Führung in der andauernden Krise mit Waffenlieferungen zu unterstützen, und macht sich für Wirtschaftssanktionen gegen Russland stark.

„Was die Lage in der Ukraine anbetrifft, so ist es uns gelungen, die Weltgemeinschaft zu mobilisieren, um Russland unter diplomatischen Druck zu setzen“, sagte Obama am Montag bei einem Besuch auf den Philippinen. „Denkt jemand im Ernst, dass wir der russischen Armee widerstehen können, indem wir zusätzliche Waffen in die Ukraine schicken? Oder haben wir eher mit Wirtschaftssanktionen mehr Chancen, ihnen zu widerstehen?“

Nach dem Referendum auf der Krim und der darauf erfolgten Wiedervereinigung der Schwarzmeerhalbinsel mit Russland hatten die USA und die EU Einreiseverbote und Kontensperrungen gegen russische Politiker und Beamte sowie Sanktionen gegen eine russische Bank verhängt.

Darüber hinaus drohten die sieben führenden Industrieländer (G7) Russland Wirtschaftssanktionen an. Am Wochenende hatte Obama die Europäische Union zu gemeinsamen Sanktionen gegen „ganze Sektoren der russischen Wirtschaft“ aufgerufen. Weil die EU-Staaten engere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland als die USA haben, zweifeln Experten und Politiker daran, dass die EU die Strafmaßnahmen verschärfen wird. Viele europäische Unternehmen plädieren gegen neue Sanktionen.

Quellen: http://de.ria.ru/politics/20140428/268375241.html, http://german.ruvr.ru/news/2014_09_14/Kiew-Nato-Lander-beginnen-mit-Waffenlieferungen-an-Ukraine-7295/

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