Verfasst von: Dr. Who | 21.9.14

985 | Front Bildung gegen Russland

Nun endlich ist es – wieder – soweit: Historiker melden sich zu Wort, veröffentlichen Bücher – scheinbar als Gegenentwurf zum unaufhaltsamen Informationsfluss des Internet – zu Zeitgeschichte und angeblich objektiven Sichtweisen zum gegenwärtigen Geschehen.

Allerdings sind diese Sichtweisen, diese Stellungnahmen nicht etwa global, sondern vorgeprägt und voreingenommen, beziehen sich vorzugsweise auf das böse Russland und die vollkommen indiskutable Personifizierung des Bösen, Wladimir Putin, der seit etwa 15 Jahren vor allem der unappetitlichen US Hegemonie in die Suppe spuckt. Und jetzt diese Separatisten. Pfui Teufel! Vor allem europaweit. Igitt.

Wladimir Putin ist für manche die Hassfigur schlechthin. Zu Zeiten Jesus Christus entbrannten manche vor Wut, Hass und Zorn und schlugen den Christus ans Kreuz. Nur ein toter Christus ist ein guter Christus, nicht wahr? Obwohl der als ewiges Leben nicht sterben kann. Da Wladimir Putin christliche Werte hochhält und damit Verbündeter und Konspirateur des Christus ist, muss der vermeintliche Messias vernichtet werden. Womöglich breitet sich sonst eine Seuche geistiger Selbstständigkeit und spirituellen Erwachens weiter rasant aus.

Das muss verhindert werden, mit allen Mitteln, auch wenn man dafür das deutsche Volk mit Dreck bewirft. Schließlich hat es das verdient, musste schon einmal gesäubert und reingewaschen werden, schuldbeladen wie es ist und unfähig, überhaupt für sich selbst zu agieren. Das hat man ihm abgesprochen, und dem Wunsch sich zu reinkarnieren darf keinesfalls stattgegeben werden.

Aus diesem Grund sind es nun alles Rechte, Nazis und Neonazis, Verschwörungstheoretiker, Spinner, Putin-Versteher – kurzum das Gegenteil des Bildungsbürgertums, der Mob, das Plebiszit.

Manche wollen Wladimir Putin in den Kopf schießen, andere nutzen Bilder von ihm – mit Hitlerbärtchen verziert – als Schießscheibe, wieder andere, wie Der Spiegel, heulen wie die Sirenen "Stoppt Putin jetzt!". Für andere ist Wladimir Putin Ausdruck und Inbegriff einer Weltsicht, die adäquat ist für das 21. Jahrhundert. Man muss Putin nicht mögen, um ihn zu verstehen. Man muss unvoreingenommen und ohne Blockdenken agieren und man muss Tatsachen akzeptieren wie jene, dass die Krim niemals von Russland annektiert wurde.

Solcher, mit verbaler Gewalt wie MG-Salven eingehämmerter, völkerrechtlicher Unsinn zeugt vom Versuch, die Gattung Gutmensch zum Gütesiegel eines Weltverstehers zu erheben und dabei dem Imperator und Demokratie-Exporteur zu huldigen. Diese Welt sieht ziemlich trist aus. Keiner will sie, keiner liebt sie, aber alle bekommen sie. So der Anschein. Im Dritten Reich sprach man von Ariern. Die heutigen Arier leben vor allem im Westen, mehrheitlich Euro-Atlantiker. Stoppt man sie jetzt?

Der Historiker Heinrich August Winkler kommt hier groß zu Wort: Anti-westliche Ressentiments im deutschen Volk.

Hat die Gehirnwäsche etwa nichts genutzt?
Denken die Deutschen etwa selbsttätig?
Können die Deutschen noch reflektieren?

Bisher ist es ja so, dass jeder Versuch derartiger Selbsttätigkeit willkürlich in Antisemitismus und Nazismus umgedeutet wurde. Dabei sitzen die Antisemiten und Nazisten in den Schaltstellen derartiger Propaganda. Das zeigt sich auch daran, dass die EU ein geheimes Protokoll auslebt, nach dem Journalisten die Arbeit erschwert bis vollständig verboten werden soll.

Das ist euroatlantische Friedensstiftung: Terror, gekleidet im Schafspelz.

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