Verfasst von: Dr. Who | 16.10.14

1052 | Chef russischen Sicherheitsrates: US-Vorgehen gegen Russland unverschämt

Die USA wollen nach Ansicht von Nikolai Patruschew, Chef des russischen Sicherheitsrates, nicht nur Russland „eindämmen“, sondern auch ihre europäischen Konkurrenten „neutralisieren“. Für diese Zwecke instrumentalisiert Amerika die Nato. Den Machtwechsel in Kiew sei ein Staatsstreich mit „unverkennbarer Unterstützung der USA“ gewesen.

In dem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der „Rossijskja Gaseta“ sagte Patruschew, der Westen mit den USA an der Spitze betreibe seit Jahrzehnten konsequent eine Eindämmungspolitik gegen Russland. Nur die Taktik ändere sich.

Mit der Nato-Gründung habe Washington einst zwei wichtige Ziele verfolgt. Erstens sei ein gegen die Sowjetunion gerichtetes Militärbündnis zustande gekommen. Zweitens habe die US-Führung verhindern wollen, dass in Westeuropa eine Gruppe von Staaten entsteht, die stark genug wäre, um mit den USA zu konkurrieren. Dadurch habe Amerika seine Verbündeten unter Kontrolle gestellt, so Patruschew.

Er kommentierte die Situation nach dem Zerfall der Sowjetunion: „Die Vereinigten Staaten sind im postsowjetischen Raum besonders energisch und unverschämt vorgegangen. Die US-Regierungskreise haben alles Mögliche getan, um ihre Herrschaft über die großen Rohstoffquellen in Zentralasien sowie über deren Export-Transitwege zu sichern. Washington wollte seinen direkten Einflussbereich auf die Regionen im Kaukasus sowie am Schwarzen und Kaspischen Meer ausbreiten.“

Russland sei eine Hürde auf diesem Weg gewesen. Deshalb hätten die US-Strategen beschlossen, die russische Staatsmacht endgültig zu ruinieren und das Land daraufhin zu zerstückeln.

Zunächst habe man den Nordkaukasus von Russland trennen wollen. Der Westen habe insbesondere Tschetschenien ins Visier genommen und vorübergehend faktisch unter seine Kontrolle gestellt. „Die Extremisten und deren Anhänger in Russland erhielten Rückendeckung durch britische und US-Geheimdienste sowie durch die Verbündeten in Europa und in der islamischen Welt“, sagte Patruschew. Nur durch riesige Bemühungen sei es der russischen Führung gelungen, diese Pläne zu vereiteln.

Die Regierung von Barack Obama habe zwar zunächst Dialogbereitschaft signalisiert. Dann habe sich jedoch herausgestellt, dass Washington keine richtige Zusammenarbeit wolle. Die von den USA initiierten Verhandlungen hätten Russland kaum Vorteile gebracht. Und selbst dieser nicht verbindliche positive Dialog sei nach einiger Zeit zu Ende gegangen. Amerikas Haltung zu Russland erinnere inzwischen wieder an den Kalten Krieg.

„Der Staatsstreich in Kiew wurde mit einer unverkennbaren Unterstützung der USA durchgeführt, und zwar nach dem klassischen Muster, das sich in Lateinamerika, Afrika und im Nahen Osten bewährt hatte“, so Patruschew. Washington provoziere Moskau zu Gegenmaßnahmen, um Russlands wunde Stellen zu finden, aber auch Amerikas europäische Wirtschaftskonkurrenten zu „neutralisieren“, die nach Ansicht der USA zu eng mit Russland kooperieren.

Washington habe immer Instrumente gesucht, um Russland unter Druck zu setzen. Die derzeitigen Sanktionen seien ein Beispiel dafür. “Das Vorgehen der US-Regierung in der ukrainischen Richtung erfolgt im Rahmen des erneuerten außenpolitischen Kurses des Weißen Hauses, der darauf abzielt, Amerikas Spitzenposition in der Welt zu behalten, und zwar durch die strategische Eindämmung des zunehmenden Einflusses der Russischen Föderation und weiterer Machtzentren. Dabei instrumentalisiert Washington aktiv unter seinen Bedingungen das Nato-Potenzial, um jegliche Schwankungen seiner Verbündeten und Partner durch politischen und wirtschaftlichen Druck zu verhindern“, sagte der Chef des russischen Sicherheitsrates.

Quelle: http://de.ria.ru/politics/20141015/269796458.html

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