Verfasst von: Dr. Who | 16.10.14

1056 | EU strebt einen EU-Zerfall an

Experten: EU strebt einen EU-Zerfall an© Foto: Flickr.com/bob/cc-by

STIMME RUSSLANDS Während Separatismus und bewaffnete Konflikte den Nahen Osten erschüttern, ist die Tatsache in Vergessenheit geraten, dass auch das patriarchale Westeuropa heute von einem Zerfall überschattet ist.

Globalisierungs- und Multikulti-Ideen, die seit 1990er Jahre in Europa verfochten werden, konnten nicht umhin, eine Gegenwirkung auszulösen. Die Versuche der EU-Führung, eine universelle Gesellschaft zu schaffen, haben lediglich eine Verschärfung der nationalen Angehörigkeit in einzelnen Regionen der Alten Welt herbeigeführt. Allerdings könnte diese Situation der Europäischen Union gelegen kommen. Brüssel hat es viel einfacher, Europa zu steuern, das aus kleinen und mittleren Staaten besteht, die um ein Machtzentrum herum konzentriert sind, meint Pawel Swjatenkow von der Stiftung Geschichtsperspektive:

„Daran sind auch Vertreter der EU-Lokomotiven Deutschland und Frankreich interessiert. Es steht nun einmal fest: Es lässt sich schwer mit Spanien oder Italien streiten, obschon sie schwächer sind, als die führenden EU-Länder; dafür aber hätte man es viel leichter, wenn es zum Beispiel Norditalien oder das Baskenland wäre – derartigen Kleinstaaten kann man den Willen der EU-Riesen leicht aufzwingen. Hier fließen eine ganze Reihe von Interessen und Prozessen zusammen, die dazu führen, dass der Separatismus sich allmählich in großen EU-Ländern entwickelt, wie etwa Großbritannien, Spanien und teilweise Italien, nicht aber die EU-Leader Deutschland und Frankreich erfasst.“

Besonders anschaulich soll in dieser Hinsicht das Referendum werden, das im September in Schottland stattfinden soll, sagen Experten. Sollte bei der Abstimmung für einen Austritt aus dem Bestand Großbritannien entschieden werden, dürfte sich das Kräftegleichgewicht in Europa stark verändern, sagt Pawel Swjatenkow:

„Das unabhängige Schottland wird sich nach EU-Lokomotiven Deutschland und Frankreich richten und eine Bürde für Großbritannien – eine Art britische Ukraine werden. Dabei käme es zu einer Abschwächung Großbritanniens, seinem Ruf würde ein Schlag versetzt und es würde klar werden, dass die Briten nicht einmal ihre Heimatinsel kontrollieren können.“

Nicht besser ist es mit Abtrennungsstimmungen in Kontinentaleuropa bestellt. Der Wunsch der Basken, unabhängig von Spanien zu werden, könne eine Destabilisierung im Lande herbeiführen, betont Kira Sasonowa, Dozentin an der Russischen Akademie für Volkswirtschaft beim russischen Präsidenten:

„Die Basken sind ein Thema für sich. Genauso wie die Kurden sind sie ein geteiltes Volk. Dabei geht es hier nicht nur um Spanien. Frankreich und Portugal werden auch betroffen. Das Problem der Basken ist, dass sie sich über die Abtrennungsperspektiven uneins sind. Die weniger radikalen Basken wollen nur die Erhaltung der Baskensprache, die radikaleren Vertreter treten für die Schaffung eines unabhängigen Staates – Baskonien – ein. Ein weiteres Problem besteht darin, dass sich so manche Basken mit Terrormethoden besudelt haben und werden nun zwangsläufig negativ wahrgenommen.“

Doch mit Basken nicht genug: ein noch größerer wunder Punkt Madrids ist Katalonien, das sich abtrennen will. Sollte das geschehen, wird Spanien, welches in der Zukunft den Status einer EU-Lokomotive beanspruchen könnte, in mehrere kleinere Staaten zerfallen und bis zu einem drittrangigen Land mit der Perspektive eines weiteren Zerfalls degradieren.

Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_07_11/Experten-EU-strebt-einen-EU-Zerfall-an-3860/

Advertisements

Kategorien