Verfasst von: Dr. Who | 21.10.14

1065 | Versagen der USA: „Mythos von der Allmächtigkeit“

STIMME RUSSLANDS Die Vereinigten Staaten bemühen sich vehement darum, die einzige Supermacht zu bleiben, doch die Ergebnisse ihrer Aktivitäten sind eher kläglich, und zwar wegen der Inkompetenz der US-Führung. Der russische Experte, der zu diesem Schluss kommt, betrachtet als Beispiel den Kampf gegen den „Islamischen Staat“.

Der russische Auslandsexperte Jewgeni Satanowski schreibt in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „WPK“, die gewaltsame Durchsetzung der Demokratie in Drittländern schüre die Verschwörungstheorien, wonach Washington in der Welt absichtlich ein „gelenktes Chaos“ schaffe. Doch in Wirklichkeit mangele es den USA an einer langfristigen außenpolitischen und militärischen Strategie.

„US-amerikanische Politiker und Staatsmänner geben sich den Anschein, dass alles in ihrem Interessenbereich entsprechend einer Strategie geschehe bzw. nur wenig davon abweiche. Dies ist aber ein Bluff. Der Mythos von der Allmächtigkeit des Landes ist Teil des Informationskrieges. Dieser Krieg lässt andere Länder entweder Amerikas Sympathien suchen oder auf Konflikte mit Amerika verzichten und gefügig werden“, so Satanowski.

Die kläglichen Ergebnisse von Washingtons geopolitischen Experimenten seien auf Inkompetenz und Dünkel der US-Spitze bei übermäßigen militärischen und Finanzressourcen zurückzuführen, so der Kommentar.

„Als der Kalte Krieg zu Ende war, hielten sich die USA für die einzige Supermacht in einer monopolaren Welt. Nun wollen die Vereinigten Staaten den Status quo behalten, bei dem sie alles tun konnten, was sie wollten, wobei alle anderen Länder das nicht durften. Für diese Zwecke ist Washington in allen Richtungen aktiv – ohne geringste Chance darauf, die von ihm gestarteten Kampagnen erfolgreich abzuschließen“, schreibt Satanowski.

Die US-Luftangriffe auf die Stellungen der Dschihadisten-Gruppe „Islamischer Staat“ (IS) seien äußerst aufwendig, aber wenig effizient und kaum in der Lage, den Islamischen schwer zu schaden.

„Im Einsatz gegen den ‚Islamischen Staat‘ bescheinigt Barack Obama den ‚gemäßigten syrischen Opposition‘ eine bedeutende Rolle. Doch diese Rolle können nur die vom saudischen Auslandsgeheimdienst empfohlenen Islamischen übernehmen. Das sind eigentlich dieselben Al-Qaida-Kämpfer, deren Mäßigkeit nur im Vergleich zum den IS-Gräueltaten zu bemerken ist. Die Rückendeckung für die Islamisten ist übrigens ein integraler Teil der amerikanischen Nahost-Strategie seit dem sowjetischen Afghanistan-Einsatz, als die USA gemeinsam mit den Golf-Monarchien die Al-Qaida in Leben gerufen hatten“, so der Experte weiter.

„Die Waffenruhe zwischen der Al-Nusra-Front und dem IS in Syrien, die zunehmende IS-Koordination mit weiteren Islamisten-Gruppen weltweit einschließlich Süd- und Südostasiens sowie die Rückkehr eines Teils von Berufsdschihadisten aus Syrien und dem Irak nach Europa schaffen eine weltweite Dschihad-Front gegen den Westen“, stellt Satanowski fest.

Dann schreibt er: „Unterdessen haben das US-Außenministerium und das Weiße Haus eine weitere Front im Kampf um die Demokratisierung eröffnet – diesmal in China. Nur wenige Beobachter haben Zweifel daran, dass die Studenten-Unruhen in Hongkong von ihrer Natur her dem ‚arabischen Frühling‘ und dem ukrainischen Maidan gleichkommen.“ In China habe Amerika keine Chancen auf Erfolg. Dass die US-Führung ihre Versuche trotzdem nicht aufgebe, schüre weiter Zweifel an ihrer Kompetenz und Berufsfähigkeit.

Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_10_21/Versagen-der-USA-Mythos-von-der-Allmachtigkeit-6144/

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