Verfasst von: Dr. Who | 28.10.14

1075 | Nazi undercover: US Geheimdienste als Bruststätte und Nistplatz faschistischer Ideologie

Der CIA und andere US-Geheimdienste haben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mehr als 1000 Nazis als Kollaborateure, Spione und Informanten im Wettstreit gegen die Sowjetunion eingesetzt und sie danach in den USA versteckt, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

Wie die „New York Times“ unter Berufung auf kürzlich freigegebene Archivdokumente berichtete, warben die US-amerikanischen Rechtsschutzbehörden, das FBI und die CIA die ehemaligen Nazis vor allem in den 1950er-Jahren im Kampf gegen die Sowjetunion an. Der damalige FBI-Chef J. Edgar Hoover und sein CIA-Kollege Allen Dulles hatten offenbar kein Problem damit, Nazis in ihren Reihen aufzunehmen. Ihnen waren die neuen Agenten im Kampf gegen die Sowjetunion offenbar so wertvoll, dass moralische Bedenken beiseite geschoben wurden.

Laut einem Archivdokument stand auch der ehemalige SS-Offizier Otto von Bolschwing auf der Gehaltsliste der US-Geheimdienste. Zuvor hatte er Adolf Eichmann, der bei der Gestapo für Juden-Vernichtung zuständig war, als Mitarbeiter gedient. Bereits ein Jahr nach Kriegsende fand der ehemalige SS-Offizier einen neuen Job bei der CIA in Europa. 1954 konnte er „als Belohnung für seine loyalen Dienste“ mit seiner Familie nach New York übersiedeln.

Unter dem Druck der jüdischen Lobby begannen die US-Behörden 1979 mit der Verfolgung von ehemaligen Nazis. Im US-Justizministerium wurde eine Sonderabteilung zum Aufspüren von ehemaligen Nazis geschaffen. In den 1980er-Jahren musste von Bolschwing seinen US-Pass zurückgeben und das Land verlassen.

Der Nazi-Kollaborateur Alexandras Lileikis, der für den Tod von vielen Juden in Litauen mitverantwortlich gemacht wurde, wurde 1952 von der CIA angeheuert. Der Agent arbeitete für ein Jahresgehalt von 1700 Dollar und zwei Stangen Zigaretten im Monat. Nach vier Jahren Dienst durfte er in die USA einreisen. Als das Justizministerium ihn 1994 ausweisen wollte, wollte die CIA eine entsprechende Untersuchung verhindern. Dennoch musste auch er die USA verlassen.

„Laut den Dokumenten waren für die USA mehr als 1000 Nazis tätig. Doch die wirkliche Zahl kann deutlich höher sein“, schreibt die „New York Times“. Eine präzisere Einschätzung werde dadurch erschwert, dass viele Dokumente bis heute geheim gehalten werden.

Laut den Archivdokumenten hatten die früheren Nazis als US-Agenten verschiedene Aufgaben. Auf einem Militärstützpunkt in Maryland wurde den ehemaligen Nazis beigebracht, wie man als Freischärler kämpft – für den Fall einer militärischen Intervention der Sowjetunion. Im US-Bundesstaat Connecticut gab es eine Gruppe von ehemaligen Wachsoldaten der Wehrmacht, die für die Entschlüsselung von Symbolen auf sowjetischen Postmarken zuständig waren. Im US-Bundesstaat Virginia gab es einen ehemaligen Berater Hitlers, der die Beziehungen zur Sowjetunion analysierte.

http://de.ria.ru/zeitungen/20141028/269889158.html 

US-Geheimdienste haben nach dem Zweiten Weltkrieg Nazis und Kollaborateuren des Hitler-Regimes Zuflucht gewährt, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag. Ein vier Jahre lang geheim gehaltener Bericht des US-Justizministeriums liegt der Zeitung „New York Times“ vor.

In dem 600 Seiten umfassenden Report taucht auch der Name Otto von Bolschwing auf, Mitarbeiter des Nazi-Verbrechers Adolf Eichmann. 1954 fand Bolschwing in den Vereinigten Staaten Zuflucht und eine Anstellung beim US-Geheimdienst CIA. Bolschwing war als Spezialist für die US-Geheimdienste zwar wertvoll, dennoch war man beunruhigt, dass seine dunkle Vergangenheit enttarnt werden könnte. Im Jahr 1981 beschloss das US-Justizministerium, Bolschwing auszuweisen. Noch im selben Jahr starb er im Alter von 72 Jahren.

„Die USA, die stolz darauf sind, Verfolgten die Zuflucht zu gewähren, verwandelten sich in geringem Ausmaß in einen Zufluchtsort für die Verfolger“, zitierte die „New York Times“ den US-Bericht.

Was bedeutet „in geringem Ausmaß“? Vor Erscheinen des Berichts war man davon ausgegangen, dass sich etwa 10.000 Nazis in den USA versteckt hatten. In der Tat ist die Zahl viel niedriger. Unter ihnen befanden sich auch Prominente des Dritten Reichs – beispielsweise Arthur Rudolph, Chef der Raketenfabrik Mittelwerk, wo er Zwangsarbeiter eingesetzt hatte. Die USA drückten ein Auge zu und gewährten dem Raketeningenieur die Zuflucht. Rudolph gilt als Vater der Saturn-5-Rakete.

Dennoch haben die USA nicht das Ziel gehabt, alle Nazi-Kollaborateure von der Strafe zu befreien. Etwa 300 Nazis wurden des Landes verwiesen. Zudem gab es einen Konflikt zwischen dem US-Justizministerium und der Schweiz, als sich herausstellte, dass Schweizer Banken Gold bei den Nazis gekauft hatten. Der Schmuck stammte von Juden, den Holocaust-Opfern. Die Schweiz musste zugeben, an diesen „Transaktionen“ beteiligt gewesen zu sein.

2000 hatten die USA die lettischen Behörden dazu aufgerufen, verdächtige Nazi-Verbrecher zu verfolgen. Der US-Appell verhallte in Riga.

http://de.ria.ru/politics/20101115/257649529.html

Russland will amerikanische Archive über die Konzentrationslager der Nazis studieren. Für eine genaue Untersuchung der von der US-Armee im Zweiten Weltkrieg erbeuteten Unterlagen will das russische Verteidigungsministerium sogar eine Vertretung in den USA eröffnen.

Das teilte Alexander Kirilin, Abteilungsleiter „Andenken an die gefallenen Vaterlandsverteidiger“ des russischen Verteidigungsministeriums, am Donnerstag RIA Novosti mit.

Nach seinen Worten sollen die US-Archive Aufschluss über jene Konzentrations- und Vernichtungslager geben, die in der Zeit des Nationalsozialismus in den vom Deutschen Reich besetzten Gebieten eingerichtet worden waren.

Diese Unterlagen seien bislang praktisch nicht erforscht worden und deshalb wichtig für Russland, sagte Kirilin. Spezialisten des russischen Verteidigungsministeriums wollen die Archive gemeinsam mit amerikanischen Kollegen aus der bilateralen Kommission für Kriegsgefangene und Vermisste untersuchen.

Bislang hat das russische Verteidigungsministerium in Deutschland, Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien und China Vertretungen eröffnet, die sich um die Pflege des Andenkens an Kriegsopfer kümmern. Laut Kirilin gibt es mittlerweile in 49 Ländern rund 15.000 Grabstätten von russischen Soldaten.

http://de.ria.ru/society/20100902/257211051.html

Advertisements

Kategorien