Verfasst von: Dr. Who | 31.10.14

1082 | BRD: Russland-Politik von einem anderen Stern

Während Politiker etwas möchten wollen, tun diejenigen, die etwas wollen können und echte Werte schaffen, genau dies: Sie reisen nach Russland, sprechen dort mit Verantwortlichen und pfeifen auf irrwitziges Gelalle deutscher Möchtegern-Entscheider. Die deutsche Russland-Politik hat sich stark von sich selbst entfernt, von den Menschen entfernt, von der Wirtschaft und von der Realität entfernt. Nun kommen die Konsequenzen, nun folgt eine Quittung, mitunter ein harter Rüffel. Und das ist gut so. Aufwachen in der Wirklichkeit ist das beste Heilmittel gegen Traumtänzerei.

STIMME RUSSLANDS Die Signale aus der deutschen Wirtschaft in Sachen Russland-Sanktionen werden immer deutlicher: Immer mehr Unternehmen der BRD fürchten Einbußen im Export im kommenden Jahr. Das meldet das auflagenstarke Boulevardblatt »Bild« und verweist auf eine Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Und die Bundesregierung – die hält an den Strafnahmen fest und reagiert genervt auf kritische Nachfragen.

Von wegen »One Apple a Day keeps Putin away«, wie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vor kurzem noch laut tönte und negative Folgen der gegen Russland verhängten Sanktionen und Moskauer Gegenmaßnahmen abtat. Mittlerweile gibt die EU einen dreistelligen Millionenbetrag aus, das nicht verkaufte Obst und Gemüse zu kompostieren!

Und während die Faulobstberge wachsen, fürchtet fast die Hälfte der international tätigen deutschen Firmen mittlerweile ein Risiko für den eigenen Auslandsabsatz. Mit 47 Prozent sind das elf Prozentpunkte mehr als im Frühjahr, heißt es beim DIHK. Außerdem sinke die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland. Nur noch 25 Prozent der befragten Firmen planen für 2015 höhere Investitionen als in diesem Jahr. In der Frühjahrsumfrage waren es noch 27 Prozent.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat gerade seine Ziele für das kommende Jahr nach unten korrigiert. Entgegen vorheriger Annahmen habe sich das wirtschaftliche Umfeld weiter verschlechtert, so Vorstandschef Kurt Bock. Den Ukraine-Konflikt bekommt das Unternehmen mit Sitz in Ludwigshafen deutlich zu spüren. »Wir haben dort einen Rückgang von 25 Prozent«, wird Bock von dpa zitiert. In Russland sei das Geschäft zwar nicht so stark geschrumpft, der Rückgang sei aber spürbar.

Der BASF-Chef war in der vergangenen Woche zusammen mit seinem Kollegen von Bayer und anderen führenden deutschen und internationalen Unternehmen zu Gesprächen mit dem russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew in Moskau, um Geschäftschancen auszuloten.

Dafür gibt es von der Bundesregierung einen öffentlichkeitswirksamen Rüffel. Über den aktuellen Spiegel wird verlautet, im Kanzleramt wachse der Unmut über die Versuche deutscher Konzernchefs, die Russland-Politik der Bundesregierung zu beeinflussen. Kanzlerin Angela Merkel sei genervt über die zahlreichen Anrufe der Vorsitzenden von DAX-Unternehmen, die auf eine Lockerung der EU-Sanktionen gegen Moskau drängten, kolportiert der "Spiegel" unter Berufung auf deren »Umgebung« und Wirtschaftskreise. Auf »wenig Begeisterung« seitens des Kanzleramts sei das Wirtschaftertreffen mit Medwedew gestoßen. »Das Letzte, was wir derzeit brauchen können, ist eine Nebenaußenpolitik der Konzerne«, zitiert der "Spiegel" einen »Berliner Spitzenbeamten«.

Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_10_27/Russland-Sanktionen-Wirtschaft-furchtet-Einbu-en-Kanzlerin-reagiert-genervt-7074/

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