Verfasst von: Dr. Who | 3.11.14

1084 | Aggression gegen Russland abwenden

Der russische Generalstabschef Walerij Gerassimow© Photo: RIA Novosti/ Aleksey Nikolskyi | Der russische Generalstabschef Walerij Gerassimow

STIMME RUSSLANDS Die Nationale Führungszentrale für Verteidigung, die jetzt in Russland entsteht, soll die militärische Datenverarbeitung beschleunigen, um die Aktivitäten der Streitkräfte besser zu koordinieren. Die Militärführung erhofft sich davon mehr Optionen, um auf Krisen schneller zu reagieren.

Der russische Generalstabschef Walerij Gerassimow sagte am Samstag, die neue Zentrale ermögliche, Entscheidungen schneller zu treffen, um „auf unfreundliches Vorgehen gegen Russlands Souveränität verhältnismäßig zu reagieren“.

„Das Nationale Führungszentrale für Verteidigung ist ein zusätzlicher Faktor, um eine Aggression gegen Russland abzuwenden“, so Gerassimow. Wie es hieß, geht es um operative diensthabende Schichten rund um die Uhr.

Laut Gerassimow soll die neue Führungszentrale die Datenverarbeitung deutlich beschleunigen: „Generell verändert sich die Information derzeit schnell. Das betrifft nicht nur die militärpolitische Situation, sondern auch alle Bereiche, die mit der Lebenserhaltung der Streitkräfte zu tun haben. Das bisherige System entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen in Bezug auf die Versorgung der Staatsführung mit Informationen“.

Der Testbetrieb der neuen Führungszentrale habe schon gezeigt, dass die Verarbeitung von Datenmengen nun weniger Zeit in Anspruch nehme. Die Zentrale ermögliche, auf alle Tätigkeitsbereiche der Streitkräfte sofort einzuwirken, hieß es.

Der Generalstabschef sagte, die Zentrale ermögliche ununterbrochene Kontrollen und Analysen auf föderaler, regionaler und lokaler Ebene. Wenn es zu Not- oder Krisensituationen komme, werde die Staatsführung sofort Vorschläge zu möglichen Gegenmaßnahmen erhalten.

Die Zentrale soll, wie es weiter hieß, aus zwei Teilen bestehen, um jeweils die unmittelbare Kampfführung und den Alltag der Streitkräfte zu koordinieren. Dies bedeutet Aktivitäten sowohl in der Friedens- als auch bei Bedarf in der Kriegszeit. Die Zentrale kann insbesondere kontrollieren, wie die Streitkräfte militärtechnisch, finanziell und medizinisch versorgt werden.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu betonte am Samstag: „Die Nationale Zentrale soll in einem einheitlichen geschützten Informationsraum funktionieren. Für diese Zwecke entsteht ein Software- und Hardware-Komplex, um Informations-Ressourcen aller zuständigen Ministerien und Behörden zu vereinigen.“

Das Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Führungszentrale gehe voraussichtlich am 1. Dezember umfassend in Betrieb. Das Gelände befindet sich am Frunsenskaja-Kai in Moskau. Testweise gibt es bereits seit Ende März diensthabende Schichten.

Andrej Kartapolow, Chef der Operativen Hauptverwaltung des Generalstabs, erklärte im Interview mit der „Rossijskaja Gaseta“, wie sich die Funktionen des Generalstabs und der neuen Zentrale unterscheiden. Der Stab befasse sich mit der kurz- und langfristigen Planung, während die Zentrale „Vorschläge im Hinblick auf unmittelbare Ereignisse“ vorbereite, so die Erläuterung.

Die Hauptaufgabe der neuen Zentrale sei die „Vereinigung aller Informationsflüsse“, so Kartapolow. Es gehe darum, die Lage in den Streitkräften bis hin zu Teileinheiten in Echtzeit zu kennen. Außerdem sei es geplant, die Herstellung und die Modernisierung von Militärtechnik in allen Phasen zu beobachten – ebenfalls in Echtzeit.

Quelle: http://german.ruvr.ru/2014_11_01/Neue-Fuhrungszentrale-Aggression-gegen-Russland-abwenden-8436/

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