Verfasst von: Dr. Who | 4.11.14

1087 | FAZ: Privatkrieg gegen Udo Ulfkotte

Der "Frankfurter Allgemeine Zeitung"-Mitherausgeber Günther Nonnenmacher bezieht erstmals öffentlich Stellung zu Udo Ulfkottes Buch "Gekaufte Journalisten". Das Werk sei "lächerlich und abstrus". Der Autor leide an einer Art Sinneswandel nach einer schweren Erkrankung.

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Der "Frankfurter Allgemeine Zeitung"-Mitherausgeber Günther Nonnenmacher bezieht erstmals öffentlich Stellung zu den Manipulationsvorwürfen eines ehemaligen Redakteurs. Im "medium magazin" bezeichnet er die Behauptungen Udo Ulfkottes in dessen Buch "Gekaufte Journalisten" als "lächerlich und abstrus".

Nonnenmacher erkennt bei Ulfkotte eine Art Sinneswandel nach einer schweren Erkrankung. "Danach hatte ich den Eindruck einer Art Persönlichkeitswechsel, er erzählte immer mehr absurde Geschichten und es gab eine Reihe von seltsamen Vorkommnissen und Behauptungen", sagt Nonnenmacher im Interview mit "medium magazin"-Chefredakteurin Annette Milz. [Anmerkung von uns: Nonnenmacher ist Mitherausgeber des medium-magazin. Nonnenmacher bestätigt auf diese Weise exakt das, was Udo Ulfkotte 100% zutreffend in seinem Megabestseller Gekaufte Journalisten darlegt. Es handelt sich also rein gar nicht um Journalismus, sondern um Eigen-PR genannt Propaganda, getarnt mit dem Mäntelchen einer "Gegendarstellung".] Ulfkotte sei deshalb mehrfach ermahnt worden, aber: "Wir haben Ulfkottes seltsame Entwicklung auf seine existenzielle Erkrankung zurückgeführt – und deshalb auch Rücksicht genommen. Menschliche Rücksichtnahme war immer ein Prinzip dieses Hauses." [Diesen Hohn widerlegt Udo Ulfkotte  zweifelsfrei. Kreise der FAZ sind vielmehr Scheins ein rücksichtsloser Opportunistenverein.]

Ulfkottes Buch war im September im Kopp-Verlag erschienen und hatte vor allem in sozialen Online-Netzwerken eine Diskussion über Käuflichkeit von Journalisten befeuert. Der Autor schreibt, er sei während seiner Tätigkeit für die FAZ von 1986 bis 2003 korrumpierbar gewesen. Er wirft dies auch seinen Kollegen vor, macht eine gefährliche Nähe zu Elite-Netzwerken aus und behauptet, staatliche Stellen wie der Bundesnachrichtendienst würden die Berichterstattung diktieren.

Nonnenmacher widerspricht den Vorwürfen: "Die Forderung, nirgends Mitglied zu sein, keinerlei Einladungen anzunehmen, weil das unzulässige Nähe schaffe, klingt nach reiner Lehre. Aber Nähe zu Akteuren ist doch gerade ein wesentliches Element von Journalismus, um an Informationen zu kommen. Und ebenso wesentlich ist es, gleichzeitig kritische Distanz und Unabhängigkeit zu wahren." Der FAZ-Herausgeber glaubt, dass dieser Spagat in seiner Redaktion gelinge und meint: "Wissen Sie, was das Schlimmste ist? Naive Journalisten, die sich von Informanten instrumentalisieren lassen! Udo Ulfkotte, der sich selbst als naiv beschreibt, nimmt offenbar an, alle anderen seien genauso naiv." [vgl. hierzu Hegelsche Dialektik]

Die wachsende Journalismuskritik kann laut Nonnenmacher ein existenzielles Problem für die Branche werden: "Wenn diese Entfremdung zwischen Öffentlichkeit und Journalisten voranschreiten sollte, ist klar, dass wir zu den strukturellen Problemen der Branche – Werbeeinnahmen, bröckelnde Auflagen – noch ein anderes hinzubekommen würden." Hinter vielen Kritiken insbesondere an der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt vermutet er eine konzertierte Aktion, "erkennbar an fast wortgleichen Mails, die die Onlineforen überschwemmen. In solchen Kommentaren spiegelt sich keine lebendige Demokratie." Gleichwohl müsse man mit den Lesern mehr kommunizieren. Die FAZ habe deshalb ihre Social-Media-Aktivitäten verstärkt und ihr online-Kommentarsystem verändert.

Nonnenmacher kann in seiner 20 Jahre währenden Herausgeberschaft keine groben Fehler erkennen, wenngleich es Fälle gegeben habe, in denen Redakteure sein Vertrauen enttäuscht und ihre Grenzen überschritten hätten. Dies sei von der Berufsauffassung in der FAZ, "wie sie hier im Grunde alle Kollegen teilen", nicht gedeckt. Unterm Strich zieht er im "medium magazin" das Fazit: "Ich bereue nichts."

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Quelle: http://www.mmnews.de/index.php/politik/25897-faz-ulfkotte-krank

https://netzpolitik.org/2014/die-wahrheit-ueber-die-luegen-der-journalisten/#comment-1633558

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