Verfasst von: Dr. Who | 7.11.14

1098 | OVKS bricht Kooperation mit NATO ab

Die Organisation des Vertrags für kollektive Sicherheit (OVKS) hat beschlossen, die Versuche einzustellen, die Beziehungen mit der NATO zu verbessern, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

OVKS-Generalsekretär Nikolai Bordjuscha teilte bei der Sitzung des OVKS-Rats am Donnerstag in Moskau mit, dass diese Entscheidung auf die „destruktive und feindliche“ Haltung der NATO zurückzuführen sei. Die OVKS wolle fortan die Beziehungen zur OSZE, SOZ, China, dem Iran und den lateinamerikanischen und karibischen Ländern ausbauen.

Die OVKS unternahm in den vergangenen Jahren mehrere Versuche, sich der NATO anzunähern. Das letzte Mal riefen die Außenminister der OVKS-Mitgliedsstaaten (Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien, Russland und Tadschikistan) 2012 das westliche Militärbündnis dazu auf, die Zusammenarbeit auszuweiten, um die Anstrengungen im Kampf gegen Herausforderungen und Bedrohungen zu bündeln und effektiver zu gestalten.

Der OVKS zufolge sollten beide Seiten von der gemeinsamen Bekämpfung des Terrors und des Drogenhandels, bei der Stabilisierung Afghanistans, bei der Beseitigung der Folgen von Natur- und Umweltkatastrophen, bei der Gewährleistung der Sicherheit und  bei Evakuierungsmaßnahmen in Krisengebieten profitieren.

Doch wie auch in der Vergangenheit reagierte die NATO nicht auf den Aufruf der OVKS. Wie aus der NATO verlautete, ist eine institutionelle Annäherung an die OVKS unnötig.

OVKS-Chef Bordjuscha warf den NATO-Ländern zudem vor, die Lage in vielen OVKS-Ländern destabilisieren zu wollen. In vielen Botschaften der NATO-Länder (vor allem der USA) sei die Zahl der Mitarbeiter unverhältnismäßig erhöht worden, zudem finanziere der Westen NGOs. „Das Entstehen und der Verlauf der Konflikte im OVKS-Raum hängt in den meisten Fällen mit einem intensiveren äußeren Einfluss zusammen“, so Bordjuscha.

Außerdem wurde heftige Kritik am NATO-geführten Militäreinsatz in Afghanistan geübt. Wie der russische Vizeaußenminister Wassili Nebensja betonte, handelt es sich bei der Afghanistan-Erklärung beim NATO-Gipfel im September in Wales um einen Versuch, die „eigene Niederlage zu vertuschen“. Die Allianz gebe vor, ihre Mission in Afghanistan erfüllt zu haben und übergibt die Verantwortung an die afghanischen Behörden. Russland ist jedoch der Ansicht, dass die NATO ihre Mission nicht erfüllt hat. Wie der russische Präsident Wladimir Putin bei dem Treffen mit den Mitgliedern des OVKS-Rats betonte, würde Moskau falls notwendig dem afghanischen Volk Schutz bieten.

Quelle: http://de.ria.ru/zeitungen/20141107/269953562.html

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