Verfasst von: Dr. Who | 6.8.15

1282 | T-50: Russlands Fliegender Roboter

Der neue russische Kampfjet T-50 ist dermaßen fortgeschritten, dass der Pilot fast zu einem integralen Bestandteil der Konstruktion wird. Die Serienproduktion soll demnächst beginnen, doch die Elektronik-Hersteller tüfteln bereits an spektakulären Verbesserungen.

„In gewisser Hinsicht ist die T-50 ein fliegender Roboter. Die Reaktionen des Piloten sind in den Regelkreis eingeschaltet. In diesem Sinne ist der Pilot quasi ein Bestandteil des Kampfjets“, sagte Wladimir Michejew vom russischen Elektronik-Hersteller KRET am Montag.

Kampfjet T-50© AP Photo/ Mikhail Metzel

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Die T-50 dürfe als „intelligentes“ Flugzeug bezeichnet werden. Die Maschine habe eine „intelligente Außenhaut“, um unterschiedliche Funktionen miteinander zu kombinieren. „Etwa in der Tragfläche befindet sich die aktive Verteidigungs-Anlage des Typs Himalaya. Dadurch werden nicht nur die erforderlichen Flug-Parameter ermöglicht, sondern auch Funktionen als Radar und Störsender“, so Michejew.

Die Staatsholding Rostec, zu der auch KRET gehört, erläutert auf ihrer Webseite, was eine „intelligente Außenhaut“ bedeutet: „Das System eingebauter Elemente am ganzen Rumpf soll der Besatzung zu jedem Zeitpunkt ermöglichen, ein vollständiges 360-Grad-Radarbild zu bekommen.“ Das System sichere die Kommunikation mit anderen Maschinen und bodengestützten Anlagen, aber verhindere auch bei Bedarf die Ortung durch fremde Radare.

Wie es hieß, soll die „intelligente Außenhaut“ weiter modernisiert werden. Der Hersteller tüftelt nach eigenen Angaben an einem neuen aktiven Phased-Array-Radar. Dabei soll auf die Photonik gesetzt werden. In einer Mitteilung des Unternehmens wird erläutert: „Die Photonik ist eigentlich ein Pendant zur Elektronik. Anstatt von Elektronen werden dabei Photonen genutzt, also Quanten des elektromagnetischen Feldes.“

„Die Photonen-Technologien sollen die Möglichkeiten luftgestützter Radare deutlich erweitern. Die Masse der bestehenden Antennen und Radare wird dadurch voraussichtlich mehr als halbiert, die Auflösung um Größenordnungen verbessert. Die neuartigen Antennen sollen auch eine beispiellose Resistenz gegen elektromagnetische Impulse haben, die etwa bei Blitzeinschlägen oder bei magnetischen Stürmen entstehen“, so die Mitteilung. All dies soll sowohl im militärischen als auch im Zivilbereich Anwendung finden.

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Zwar kommen diese Photonik-Radare erst künftig, falls die entsprechenden Entwicklungsarbeiten Erfolg haben. Doch der T-50 ist ohnehin technologisch sehr innovativ und gilt als Kampfjet der 5. Generation. Im Vergleich zu ihren Vorläufern hat die Maschine effizientere Triebwerke und ist für fremde Radare wenig auffällig. Die Konstrukteure haben aktiv auf Verbundwerkstoffe gesetzt.

Derzeit absolvieren T-50-Kampfjets Testflüge, um ab 2016 in Serie zu gehen. Wieviel Flugzeuge für die Streitkräfte gekauft werden, steht im Moment nicht fest. Das Projekt ist teuer, über massive Ankäufe wurde noch nicht endgültig entschieden. Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow erklärte, sollen zunächst die zur Verfügung stehenden Kampfjets der Generation 4+ wie Su-30 und Su-35 all ihre Möglichkeiten zeigen.

Unter anderem sollen T-50-Kampfjets neben weiteren Jagdflugzeugen und Hubschraubern vom geplanten russischen Flugzeugträger „Storm“ mitgeführt werden. Wann dieser gebaut wird, ist allerdings noch nicht bekannt – vorerst liegt nur der Entwurf des Flugzeugträgers vor.

Quelle: de.sputniknews.com

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