Verfasst von: Dr. Who | 13.8.15

1315 | Militäranalyse: Russland lehrt NATO das Fürchten

Laut einem Bericht der britischen Denkfabrik European Leadership Network (ELN) erhöhen die Militärmanöver Russlands und der NATO an ihren Grenzen die Wahrscheinlichkeit eines bewaffneten Konflikts, schreibt die Zeitung „Kommersant” am Donnerstag.

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Der Titel des Studie lautet: „Wir bereiten uns aufs Schlimmste vor: Erhöhen die Militärmanöver Russlands und der NATO die Wahrscheinlichkeit eines Krieges in Europa?“. Die ELN-Sicherheitsexperten analysierten die Übungen und Manöver Russlands mit insgesamt 80.000 und der NATO mit 15.000 Soldaten im März bzw. Juni. Sie erstellten interaktive Karten, die Kriegsszenarien und Manöver illustrieren.

Bei den russischen Streitkräften lag der Schwerpunkt auf Aktivitäten in der Arktis, dem Norden, Kaliningrad, auf der Krim und an seinen Grenzen zu den NATO-Staaten Estland und Lettland, bei der NATO waren es das Baltikum und Polen, wie es in dem Bericht heißt.

„Beide Seiten trainieren mit Blick auf die Fähigkeiten des Gegners und vermutlich sogar mit Kriegsszenarien im Hinterkopf. Die offiziellen Vertreter (Russlands und der NATO) können gern behaupten, dass die Übungen bloß auf einen hypothetischen Gegner gerichtet sind, aber die Art und der Ausmaß der Manöver zeugen jedoch vom Gegenteil“, behaupten die Autoren des Berichts. „Russland bereitet sich auf einen Konflikt mit der NATO und die NATO sich „auf eine mögliche Auseinandersetzung mit Russland vor“, so die Experten.

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Dafür sprechen auch die ähnlichen Merkmale der Übungen der beiden Seiten — schnelle Mobilisierung und Verlagerung der Kräfte in weit entfernte Gebiete bei Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft, während die Landstreitkräfte durch die Luft- und Seestreitkräfte bei gemeinsamen Übungen zur Luft- und Seeüberlegenheit unterstützt werden.

Gleichzeitig gibt es zwischen den Übungen auch große Unterschiede, meinen die Verfasser des Berichts. „Obwohl bei den russischen Übungen, die wir analysiert haben, es größtenteils um Elitetruppen wie Luftlandetruppen geht, könnten die russischen Streitkräfte Tausende Soldaten einberufen, womit die Übungen eine Größenordnung erreichen, bei der die professionellen NATO-Kräfte nicht mehr mithalten könnten.“, betonen die Experten des European Leadership Network.

NATO-Übung© AFP 2015/ Raigo Pajula

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Der größte Unterschied ist die Anzahl der Übungen. Die Verfasser des Berichts weisen darauf hin, dass das russische Verteidigungsministerium 4000 Übungen in diesem Jahr angekündigt hat. Das sei nicht vergleichbar mit den NATO-Übungen (insgesamt 270 im laufenden Jahr).

In dem Bericht werden zudem Empfehlungen an die NATO und Russland gerichtet. Die Experten rufen die Seiten dazu auf, die Kommunikation zwischen Russland und der NATO bei der Planung der Übungen zu intensivieren. Zudem sollten beide Seiten möglichst häufig Kanäle über die OSZE und den Maßnahmenkatalog zur Festigung des Vertrauens und Sicherheit nutzen, darunter das Wiener Dokument, das auf die Gewährleistung der Voraussagbarkeit im militärischen Bereich gerichtet ist. Schließlich ist es notwendig, möglichst schnell konzeptuell an einem neuen Vertrag zu arbeiten, in dem die territorialen Beschränkungen auf die Stationierung von bestimmten Waffen festgelegt sind. „Wenn Russland oder die NATO irgendwann die Spannungen abbauen und Zurückhaltung üben wollen, was das Ausmaß und das Szenario der Übungen betrifft, könnte das ein guter Anfang sein”, so die Experten.

Quelle: de.sputniknews.com

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