Verfasst von: Dr. Who | 18.8.15

1320 | Schwachsinn Krim-Annexion: Kiew verhinderte bereits 1995 Unabhängigkeitsreferendum auf Krim

Eine Annexion der Krim hat völkerrechtlich niemals stattgefunden, jede Diskussion darum ist schwachsinnig. Warum drastische, radikale (lat. radix: Wurzel) Formulierungen unabdingbar geworden sind, liegt auf der Hand: Wer mit allen Mitteln versucht, Fakten zu verdrehen und in den Köpfen der Menschen Unwahrheiten zu Fakten werden zu lassen, handelt kriminell. Nicht nur historisch, sondern auch juristisch. Immerhin haben falsche Vorstellungen falsche Handlungen zur Folge, die oft nicht korrigierbar sind. Leidtragender ist die internationale Gemeinschaft, die mit den Folgen von Geschichtsmanipulation leben muss.

Um diese möglichst zu verhindern, hilft nur "Gegengift" (radix: das Übel an der Wurzel herausreißen), denn wenn etwas drastisch angefochten wird, erregt das Aufsehen. Nur völlige Gleichgültigkeit hebt so etwas nicht an. Menschen mit diesbezüglich gleichgültiger Einstellung sind allerdings a priori vergeblich.

Die Krim wollte bereits vor 20 Jahren ein Referendum über die Selbstbestimmung durchführen. Warum die Volksabstimmung damals nicht zustande kam, erzählt nun Juri Meschkow, der erste und letzte Präsident der Krim, der nach einem Jahr im Amt von der zentralen Regierung in Kiew abgesetzt worden war.

Meschkow war 1994 mit knapp 73 Prozent der Stimmen zum Krim-Präsidenten gewählt worden. Der studierte Jurist wollte Russisch zur Amtssprache machen, den Rubel als offizielle Währung einführen und kündigte ein Referendum über den Status der Region an. All die Reformen scheiterten am Widerstand Kiews. Meschkow wurde 1995 abgesetzt und vorübergehend verhaftet.

Parlamentschef: Merkels Erklärungen beleidigend für Krim-Bewohner

Die Regierung in Kiew habe schon damals mit allen Mitteln versucht, die Krim in Chaos zu stürzen, um eine Abtrennung der Halbinsel zu verhindern, erzählt Meschkow in einem Interview des russischen Senders Zvezda. Was nach seiner Absetzung auf der Krim passierte, nennt der 69-Jährige als eine „Besatzung“: Die ukrainische Regierung stationierte Truppen, schaffte das Amt des Krim-Präsidenten ab und transformierte die Republik Krim (seit 1992) zur Autonomen Republik Krim mit weniger Selbständigkeiten.

Meschkow musste aus seiner Heimat Krim fliehen und durfte erst nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland im März 2014 zurückkehren.

US-Senator ruft zu Gewalt als Reaktion auf Krim-Eingliederung auf

Die Krim hatte seit 1783 zu Russland gehört, bevor der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „schenkte“. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 blieb die von Russen dominierte Krim automatisch in der Ukraine.

In den Folgejahren kam es auf der Krim immer wieder zu Protesten gegen den Kurs der Regierung zur Annäherung an die USA und die NATO. So wurden Matrosen der US-Fregatte "Dallas", die im September 2008 Sewastopol besuchte, von der Bevölkerung daran gehindert, das Schiff zu verlassen. Zwei Monate später konnte die USS Mount Whitney wegen Protesten erst im zweiten Anlauf in Sewastopol anlegen.

Krim. Der Weg in die Heimat© Rossija 1

Dokumentation: "Krim. Der Weg in die Heimat"

Am 16. März 2014 stimmte die Krim-Bevölkerung in einem Referendum mehrheitlich für eine Abspaltung von der Ukraine und für eine Wiedervereinigung mit der Russischen Föderation. Zwei Tage später unterzeichneten der russische Präsident Wladimir Putin und die Regierung der Krim einen Vertrag über die Aufnahme dieser ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel und der Stadt Sewastopol in die Russische Föderation. Der Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim noch immer als ihr Gebiet.

Quelle: de.sputniknews.com

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