Verfasst von: Dr. Who | 31.8.15

1336 | Fremdenfeindlichkeit oder Realitätssinn?

Umfrage in Deutschland: Werden Sie Flüchtlinge bei sich privat unterbringen? Ergebnisse (Nein: 86,5%)

Hunderte Migranten haben am 24. August im italienischen Mailand eine Zufahrtstraße gesperrt und sich eine Prügelei mit der Polizei geliefert, wie Reuters berichtet.

Rund 300 Migranten, vorwiegend aus Afrika, äußerten Unzufriedenheit über ihre Aufenthaltsbedingungen und lange bürokratische Verfahren. Dabei skandierten sie „Papiere, Papiere!“ Aus ihrer Sicht warten sie viel zu lange auf die Arbeitsgenehmigung.

Lawrow zu Einwanderungsproblem: Russland bietet Europa Hilfe an

Sicherheitskräfte mussten Gewalt anwenden, um die Migranten zurück zu ihrem Flüchtlingslager zu bringen.

Das Migrationsproblem in Italien, wie auch europaweit, sorgt für politische Widersprüche. Einige Parteien fordern radikale Lösungen für dieses Problem und finden dabei Unterstützung in der Bevölkerung. Die rechtspopulistische Partei „Lega Nord“ ist durch ihre harte fremdenfeindliche Rhetorik zur drittbeliebtesten Partei Italiens geworden.

„Was zum Teufel! Sie sind Gäste, wir zahlen für sie, aber sie treten uns in die Eier! Ich würde sie gleich mit dem ersten Flug nach Hause schicken“

schrieb Matteo Salvini, Parteisekretär der Lega Nord, auf Facebook.

Flüchtlinge© REUTERS/ MOAS / Jason Florio

Flüchtlinge in Europa: Situation außer Kontrolle

Nach Angaben des italienischen Innenministeriums haben seit Jahresbeginn mehr als 100.000 Migranten den italienischen Boden erreicht. Viele von ihnen streben in den Norden des Kontinents. 85.000 Zuwanderer wohnen jedoch in Italien in speziellen Flüchtlingsheimen und warten auf eine Arbeitsgenehmigung.

Die Zuwanderungskrise in Europa hat sich im letzten Jahr im Zusammenhang mit dem steigenden Einwanderungsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten, Zentral- und Südasien zugespitzt. Laut Uno-Angaben sind allein auf dem Seeweg knapp 265.000 Migranten in die europäischen Länder gekommen.

Quelle: de.sputniknews.com

Russland muss keine Angst vor „europäischen“ Migrationsproblemen haben

© AP Photo/ Carmelo Imbesi

Die russische Migrationspolitik ist viel adäquater als in den meisten westeuropäischen Ländern, und ein massiver Zuwanderungsstrom sowie andere für Europa typische Probleme auf diesem Gebiet sind daher nicht zu befürchten, wie Juri Moskowski vom gesellschaftlich-konsultativen Rat beim Föderalen Migrationsdienst sagte.

Flüchtlinge in Europa: Situation außer Kontrolle

„Die Erfahrung und die Statistik zeigen, dass unsere Migrationspolitik viel adäquater ist. Der größte Unterschied besteht in der Herangehensweise und in der Motivation der Migranten. In die europäischen Länder fahren sie um der Sozialhilfen willen, sie denken, dass sie dort das Paradies auf Erden erwartet. Zu uns fahren die Leute dagegen, um zu arbeiten, wobei sie verstehen, dass die Verhältnisse hier hart sind und sie nichts geschenkt bekommen“

sagte Moskowski, der auch Projektdirektor der Stiftung „Gute Nachbarschaft“ für die Entwicklung der internationalen Verhältnisse ist, am Freitag bei einer Pressekonferenz bei MIA Rossiya Segodnya.

Laut ihm verstehen die meisten Ausländer, die nach Russland kommen, dass es

„einfach unrealistisch ist, als Flüchtling zu uns zu kommen, um eine Wohnung zu bekommen, wie in England“.

Die Verhältnisse in Russland unterscheiden sich dadurch, dass es keine Hilfen gebe, im Gegenteil müssen die Einwanderer alles selbstständig bezahlen, darunter die Arbeitserlaubnis und die Krankenversicherung.

The refugee camp in Traiskirchen, Austria© AP Photo/ Ronald Zak

Obdachlos im Flüchtlingslager: Verheerende Zustände in Traiskirchen

„Besonders in den letzten zwei Jahren wurden mehrere Beschlüsse gefasst, die die Lage positiv beeinflussen. Es handelt sich um Arbeitserlaubnis, Registrierung und medizinische Gutachten sowie eine Russisch-Prüfung. Dabei wurde die Einbürgerung für die Nachkommen russischer Auswanderer, die Träger russischer Sprache und Kultur sind, vereinfacht“

so Moskowski weiter.

Trotz harten Gesetzen haben sich laut ihm alle Beteuerungen darüber, dass in der Krisenzeit nicht genug Arbeitsmigranten nach Russland kommen und dadurch ganze Branchen zusammenbrechen würden, als unbegründet erwiesen.

„Da haben die Leute, die sich Experten nennen, ins Blaue geschossen. Die vom Föderalen Migrationsdienst vorgelegte Statistik zeigt deutlich, dass nichts dergleichen geschehen ist“

sagte Moskowski. 

Zuflucht in Russland: 220 000 Ukrainer haben Asylanten- oder Flüchtlingsstatus© Sputnik/ Evgeny Epanchintsev

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Wie er weiter äußerte, könnte man etwa die Daten zur Migranten-Lage in Moskau anführen, wo sich derzeit rund eine Million Ausländer aufhalten.

„Hier sind jetzt ca. 900.000 ausländische Bürger registriert, dazu kommt noch ein gewisser Prozentsatz von Illegalen. Dieser liegt allerdings deutlich niedriger als vor fünf Jahren. Und das ist nicht die gleiche Illegalität wie in Europa: Dorthin reist man öfter illegal ein, während man bei uns legal einwandert, um dann illegal zu arbeiten“

führte er aus.

Nachdem im April mehrere hundert illegale Migranten aus Afrika auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken waren, machte sich die EU aktiv an den Kampf gegen die Beförderung von Illegalen und begann, Hilfen an die EU-Länder zu erteilen, die den Großteil des Migrantenstroms aufnehmen müssen. Im Mai schlug die EU-Kommission ein verbindliches System zur Verteilung von 40.000 Migranten aus Syrien und Eritrea, die bereits in Italien und Griechenland eingetroffen waren, auf 23 EU-Länder vor. Außerdem muss die EU laut der EU-Kommission in den nächsten zwei Jahren weitere 20.000 legale Migranten aufnehmen.

Quelle: de.sputniknews.com

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