Verfasst von: Dr. Who | 31.8.15

1341 | Selbst-Auslöschung

Völker tilgten nur nach Niederlagen ihre Identität

In der Vergangenheit gab es immer wieder Völker, die nach militärischen Niederlagen oder nach der Konfrontation mit einer weit überlegenen Zivilisation ihre Identität nicht nur gezwungenermaßen aufgaben, sondern aus eigenem Impuls zu tilgen suchten, von ihrer Minderwertigkeit ganz und gar durchdrungen.

Was den Wunsch von Europäern, ihr eigenes Verschwinden zu beschleunigen oder zu bewirken, zum Sonderfall macht, ist das Fehlen solcher objektiven Gründe. Europa bleibt, trotz aller Probleme, etwas wie eine Insel der Seligen, zwar keine politische Einheit, aber eine Zone, deren Wohlstand nach zwei großen Kriegen ein erstaunliches Maß erreicht hat und deren Stabilität im Vergleich zu allen anderen Gegenden erstaunlich genug wirkt.

Schwärmerei für die „edlen Wilden“

Trotzdem gibt es hier und seit langem einen pathologischen Zug des Seelenlebens, der vielleicht schon in der Schwärmerei für die „edlen Wilden“ einen Ausdruck fand, aber bestimmt im naiven Antikolonialismus, und in der Praxis der Unterstützung von algerischen oder vietnamesischen Befreiungsfronten nicht nur durch Kommunisten, sondern auch durch brave Sozialdemokraten und Kirchenleute.

Lange bevor Frantz Fanon mit seinen Vernichtungsphantasien zum Star der Achtundsechziger aufstieg und die Dritte-Welt-Ideologie zum Grundbestand des gesellschaftlichen Konsensus wurde, dessen Kernaussage lautet, daß nichts, was zum Erbe Europas im eigentlichen Sinn gehört, irgendeinen Wert hat, war unter gebildeten Europäern die krankhafte Vorstellung eingefressen, daß es um den Globus besser stünde, wenn es uns nicht gäbe: „Einen Europäer erschlagen, heißt zwei Fliegen mit einer Klappe treffen.“ (Jean-Paul Sartre).

Quelle und vollständiger Beitrag: jungefreiheit.de

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