Verfasst von: Dr. Who | 12.2.16

1454 | NATO-Einsatz in Syrien: Betrug am Steuerzahler

Mit höheren Verteidigungsausgaben für die Europäer will das Weiße Haus ein Signal an den russischen Präsidenten Wladimir Putin senden und mitteilen, der Westen beobachte dessen Aktivitäten in der Region, wie die New York Times berichtet. Experten sehen diese Maßnahme als Versuch an, eine Annäherung zwischen Europa und Russland zu verhindern.

Moskau: Russland wird erhöhte US-Militärpräsenz in Europa „kompensieren“

Früher war bekannt geworden, dass die US-Regierung 3,4 Milliarden Dollar zur Gewährleistung der Sicherheit ihrer europäischen Verbündeten im Finanzjahr 2017 freizugeben plane. Diese Summe ist vier Mal höher als die Ausgaben der vergangenen Jahre in diesem Bereich. Als Grund für diese Entscheidung nannte US-Präsident Barack Obama „aggressive Handlungen seitens Russland an der Grenzen der Militärallianz“. Die Verstärkung an der NATO-Ostfront sieht das Weiße Haus als eine Möglichkeit, ein nachdrückliches Signal an Präsident Putin zu senden: „Der Westen beobachtet seine Aktivitäten in der Region“, schreibt die Zeitung The New York Times.

Der Leiter des Lehrstuhls für Politikwissenschaft und Soziologie der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität, Militärpolitologe Andrej Koschkin, meint dazu, die USA versuchten dadurch eine Annäherung Europas an Russland aufzuhalten.

Nachdem der „Flüchtlings-Tsunami“ über Europa hereingebrochen sei, seien die europäischen Politiker vom Scheitern der Idee eines „Groß-Europas“, des Sozialprojekts „Europa ohne Grenzen“, verwirrrt, stellt der Politologe fest. Die USA verstehen Koschkin zufolge, dass Europa in einem solchen Zustand sehr einfach in Richtung Russland driften könne. Denn der Kampf gegen die Flüchtlingskrise könne bis ins Endlose dauern.

„Sie (die Flüchtlingskrise – Anm. der Red.) ist durch die undurchdachte Politik der europäischen Staaten im Nahen Osten entstanden, nachdem diese ins Fahrwasser Washingtons geraten waren. Unser Präsident hingegen hat einen einfachen und zuverlässigen Plan vorgeschlagen: Zuerst die IS-Kämpfer ausmerzen und dann die Wirtschaft hochbringen – so kehren die Leute von selbst an den heimischen Herd zurück. Wie können die USA den „Drive“ Europas in Richtung Russland aufhalten? Natürlich durch die Verstärkung der militär-politischen Allianz NATO, die Europa an die Kandare nehmen soll. Ihre Handlungen sollen dabei im Zeichen der „russischen Aggression“ stehen. Sie sind über unsere logische Politik, die auch militärische Unterstützung hat, besorgt“, sagte Koschkin gegenüber Sputnik.

Fliegende Radarstationen – das System AWACS© REUTERS/ Francois Lenoir

NATO rechtfertigt ihre Existenz: Russlands Atom-Übungen im Propaganda-Szenario

Die USA haben für 2017 laut dem Bericht der NYT vor, 7 Milliarden Dollar für den Kampf gegen den IS auszugeben, was um ein Drittel mehr als in diesem Jahr ist. Darüber hinaus könne das Pentagon Kampfhubschrauber „Apache“ bei den Anti-IS-Operationen einsetzen – und zwar zum ersten Mal seit Beginn der aktuellen Militärkampagne.

Der Militärpolitologe Andrej Koschkin unterstreicht außerdem, es sei wichtig, dass diese Erklärungen kein bloßes Vorhaben blieben. Die USA reden ihm zufolge zu viel darüber, was sie vorhaben, egal ob Division- oder Apache-Einsatz.

„Es sieht so aus, als ob die USA einen Informationskrieg gegen den IS geführt hätten. Besser wäre, wenn sie wirklich etwas unternehmen würden. Diese Erklärungen sind nur ein Versuch, den Erfolg der russischen Luftstreitkräfte in Syrien abzuschwächen. Alle verstehen: Die bisherigen Operationen der USA waren ineffizient. Wenn das Geld weiter für solche „Leistungen“ ausgegeben wird, schade das nur dem amerikanischen Steuerzahler“, schlussfolgert Koschkin.

Quelle: de.sputniknews.com

Erklärungen des US-Präsidenten und seines Verteidigungsministers über die Bedrohung vonseiten Russlands sind militanter Irrsinn.

Russland größere Bedrohung als IS, Europa abhängiger denn je – Pentagon

Das schreibt der republikanische Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und Vorsitzender des Unterausschusses für Europa, Eurasien und neue Herausforderungen des Repräsentantenhauses, in der US-Fachzeitschrift „The National Interest“.

Vergangene Woche habe Washington erklärt, Russland stelle für die USA wegen des Vorgehens in der Ukraine und in Syrien eine größere Bedrohung dar als die Terrororganisation „Islamischer Staat“. Für die Abwehrmaßnahmen gegen Russland müsse der Militäretat daher um 200 Prozent aufgestockt werden – für die Bekämpfung des IS reiche eine Erhöhung um 50 Prozent aus.

Die US-Führung vernachlässige offenbar, dass die radikalen Islamisten den Vereinigten Staaten längst den Krieg erklärt haben: sie würden Terroranschläge verüben, amerikanische Soldaten töten und beabsichtigten, einen Gottesstaat mit einer Bevölkerungszahl wie in den Vereinigten Staaten zu errichten, schreibt der US-Politiker.

US Capitol© REUTERS/ Jonathan Ernst

Washington wird zur Geisel seiner NATO-Partner

Die heutige US-Führung fahre keinen so vernünftigen Kurs wie ihre Amtsvorgänger, die versucht hätten, das Verhältnis zu Moskau zu entspannen: „Es ist offensichtlich, dass Russland zu einem Verbündeten der USA im Kampf gegen gemeinsame Feinde werden kann. Doch Washington wird von ungesunden Ambitionen getrieben, die Rolle des Weltpolizisten zu spielen und die Welt mit Kriegen zu überziehen“, schreibt der Republikaner.

Und weiter: „In der Ukraine und in Syrien trifft Moskau Abwehrmaßnahmen, die Russland helfen, seine legitimen nationalen Interessen zu schützen. Von Syrien bis zu den Grenzen Russlands ist es so weit, wie von New York nach Chicago. Moskau versteht, dass die in den Nahen Osten abgeworbenen Kämpfer zurückkommen und eine Welle der Gewalt auslösen werden, wenn man den IS nicht stoppt“, schreibt der US-Abgeordnete und fügt hinzu: Daher werde Moskau es nicht zulassen, dass in Damaskus ein dschihadistisches Regime errichtet wird.

US-Marine© Flickr/ U.S. Department of Defense Current Photos

Pentagon: Neue US-Küstenkampfschiffe selbst bei mäßiger Bedrohung untauglich

Was die Ukraine angehe, so seien die USA selbst dafür verantwortlich, dass in diesem Land Chaos herrscht und die Krim ausgetreten ist: „Hätte Washington den Sturz des legitim gewählten Präsidenten nicht anerkannt, wäre die heutige Lage in der Ukraine wohl nicht so tragisch“, schätzt der Experte.

Die Welt lebe in einer Kriegsatmosphäre, doch man dürfe sie nicht nähren. Das historische Treffen von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill könne einen Grundstein für den Genesungsprozess in den Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen legen und eine Ära der Zusammenarbeit begründen, resümiert Rohrabacher.

Quelle: de.sputniknews.com

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