Verfasst von: Dr. Who | 11.3.16

1481 | Eskalation: Journalist schlägt AfD-Wahlhelfer Faust ins Gesicht

von Torben Grombery

Polizeieinsätze bei Wahlkampfveranstaltungen der Alternative für Deutschland (AfD) sind in unserem demokratischen Rechtsstaat anno 2016 leider traurige Realität. Selbst an die alltäglichen Schimpf- und Hasstiraden gegen alles und jeden mit AfD-Etikett im extrem linksdominierten deutschen Blätterwald haben wir uns gewöhnt. Jetzt hat ein Lokalredakteur der Schwäbischen Zeitung mit handfesten Argumenten gegen die AfD eine neue Eskalationsstufe der Unkultur eingeläutet.

Im beschaulichen Bodenseekreis in Baden-Württemberg kämpft Dr. Alice Weidel um ein Landtagsmandat für die noch junge Partei Alternative für Deutschland (AfD). Die charmante 37-jährige Volks- und Betriebswirtin, die ihr Doppelstudium mit einem Begabtenstipendium abgeschlossen hat, argumentiert gerne provokant und scharf im Ton, aber stets fundiert in der Sache.

Ihr politischer Kampf um ein Mandat im nächsten baden-württembergischen Landtag wurde jetzt im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Marktplatz in der Gemeinde Langenargen am Nordufer des Bodensees um eine neue Facette der Auseinandersetzung erweitert, die selbst für hartgesottene Wahlkämpfer der AfD absolutes Neuland ist.

In einer Pressemitteilung gibt AfD-Spitzenkandidatin Weidel zu dem Vorfall aktuell bekannt:

»Der Stand war am 10.03.16 ordnungsgemäß angemeldet. Nichtsdestotrotz wurden wir von dem Journalisten Andy H., der sich als solcher nicht zu erkennen gab, zunehmend durch aufdringliches Fotografieren belästigt. Auf die Aufforderung, dies über Gebühr zu unterlassen, wurde er gewalttätig. Er schlug auf elektronische Geräte ein. Seine Aggression kulminierte als er unserem Wahlkampfhelfer mit der Faust mitten ins Gesicht schlug.

Die Polizei wurde verständigt, gegen den Journalisten, der sich weigerte seinen Namen zu nennen und flüchtete, wurde eine Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Passanten halfen, die Identität des Täters herauszufinden.

Dieses Verhalten von Seiten des Medienvertreters ist ein Offenbarungseid. Wenn mittlerweile selbst Journalisten sich nicht mehr anders als mit Gewalt zu helfen wissen, dann steht es schlecht um unsere Demokratie. Die AfD wird mittlerweile auf allen Ebenen im demokratischen Wettbewerb behindert. Unsere Wahlplakate wurden fast vollständig zerstört oder bis zur Unkenntlichkeit verschandelt.

Trauriger Höhepunkt meines Wahlkampfes war auch, dass die Lokalzeitung Südkurier aus verlagspolitischen Gründen einen im Januar geschlossenen Vertrag über unsere Veranstaltungshinweise kurzfristig Ende Februar in der heißen Wahlkampfphase gebrochen hat. Betroffen waren die Veranstaltungen mit dem Spitzenkandidaten Baden-Württembergs, Jörg Meuthen, und der Bundesvorsitzenden Frauke Petry. Das ist nicht nur inakzeptabel, sondern lässt um unseren gesellschaftlichen Zustand tief blicken.

Ich bin jedoch zuversichtlich. Mittlerweile lassen sich die Bürger nicht mehr so leicht täuschen. Die AfD ist die einzige Alternative im politischen Wettbewerb zu den etablierten Parteien, die in den großen Krisen in Deutschland nur eine Antwort haben: Weiter machen!«

Die Schwäbische Zeitung hat zu diesem Sachverhalt bisher nichts publiziert. Auch ihr langjähriger Mitarbeiter, der in Rede stehende Journalist Andy H., hat sich bisher nicht öffentlich über den Geschehensablauf eingelassen.

Gegenüber KOPP Online bestätigte das außerhalb der regulären Dienstzeiten für Anfragen der Presse zuständige Polizeipräsidium in Konstanz, dass ein Vorfall auf der Veranstaltung der AfD in Langenargen, der einen Polizeieinsatz ausgelöst hat, dort bekannt und von der Polizei in Bearbeitung ist. Nähere Informationen wird die Pressestelle der Polizei im Laufe des heutigen Tages veröffentlichen.

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