Verfasst von: Dr. Who | 25.4.16

1532 | „Weltmacht“: Hälfte der US-Bürger haben keine Ersparnisse für schlechte Zeiten

Knapp die Hälfte aller US-Amerikaner müsste sich Geld leihen, sollte es zu unvorhergesehenen Ausgaben von einigen Hundert Dollar kommen. Das zeigt die jüngste Studie der US-Notenbank Fed, berichtet die Zeitschrift „The Atlantic“.

Auf die Frage, wie sie unvorhergesehene Ausgaben in Höhe von 400 Dollar decken würden, antworteten 47 Prozent der US-Bürger, dass sie dafür etwas verkaufen oder Geld leihen müssten, weil sie keine Ersparnisse in dieser Höhe haben. Der Studie zufolge bezieht sich das Problem nicht nur auf wenig bemittelte Menschen, sondern sogar auf Fachleute aus der Mittelschicht und sogar auf Leute aus der Oberschicht.

„Ich wusste, dass ich keine 400 Dollar für den Notfall habe. Was ich mir kaum vorstellen konnte, ist, dass auch viele andere Amerikaner nicht über diese Summe verfügen“, sagte Neal Gabler, der Autor des Artikels. Er ist Schriftsteller, Kinokritiker und Träger von US- und internationalen Auszeichnungen. 

Der 66-jährige Amerikaner, der eigenen Worten zufolge zur Mittelschicht gehört, hat eine Wohnung in Manhattan in New York, seine Kinder haben Privatschulen besucht. Er ist Autor von fünf Büchern und Hunderten Artikeln. Dabei gibt er zu, dass seine Frau und er gar keine Ersparnisse haben und bei den eigenen Kindern Geld leihen müssen, um „bis zum Wochenende hinzukommen“. Eine solche Situation erklärt er mit der „eigenen Wahl“ und der „finanziellen Unkenntnis“. Es werde immer komplizierter, das typische Lebensniveau der Mittelschicht aufrecht zu erhalten.

Viele Experten sind der Meinung, dass gerade die Entsolidarisierung der US-Gesellschaft den Proteststimmungen zugrunde liegt, dank denen Donald Trump und Bernie Sanders beim Wahlkampf in den Vordergrund gerückt sind.

Quelle: de.sputniknews.com

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