Verfasst von: Dr. Who | 7.4.19

1593 | Offener Brief an und von Putin

von Uli Gellermann

Sehr geehrter Wladimir Wladimirowitsch Putin, wir wissen natürlich, dass Sie ein viel beschäftigter Mann sind. Aber wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie sich unserem Anliegen widmen würden: Kommandieren Sie doch bitte ein paar Bataillone der Russischen Armee an eine Ihrer Westgrenzen.

Am besten an die polnische, gern auch an ein Grenze zu den baltischen Staaten. Die sind besonders nervös. Das bisschen Mobilisierung kann für Ihre Armee kaum ein Problem sein. Denn Ihre Truppen sind doch weitestgehend im eigenen Land. Haben also eigentlich nichts Rechtes zu tun. Anders als die Soldaten einer Reihe von NATO-Staaten, die ihre Armeen weit über die Welt im Einsatz haben, ob in Afghanistan, Irak oder Mali zum Beispiel, gammeln Ihre Leute doch weitgehend in den Kasernen rum und langweilen sich. Da müsste Ihnen doch unsere Bitte sehr willkommen sein.

Ganz im Vertrauen, Wladimir Wladimirowitsch: Wir warten schon ganz lange auf ein paar ordentliche Truppenbewegungen von Ihrer Seite. Denn seit Jahr und Tag drohen wir unserer Bevölkerung mit Ihren russischen Horden. Vor allem in diesen Tagen, pünktlich zum 70. Geburtstag der NATO, senden und berichten die uns angeschlossenen Medien ständig von der „russischen Aggressivität“.
Und was machen Ihre Soldaten? Die bunkern sich ein und spielen Karten und trinken Wodka. Soll das die berühmte russische Kampfbereitschaft sein? Da geben wir uns die größte Mühe, Sie als Gespenst an die Wand zu malen — und was machen Sie? Nichts! Und das schon seit Ende der 40er Jahre. Schön, damals hießen Ihre Formationen noch „Rote Armee“ und waren irgendwie kommunistisch, aber was soll der Unterschied sein? Russe bleibt Russe!

Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa© Sputnik / Kirill Kalinnikow | NATO: Stichelnde Glückwünsche aus Moskau

Sehen Sie mal, Herr Putin, 70 Jahre lang erzählen wir unserer Bevölkerung, dass die Russen gleich, bald, fast sofort Ihre Grenzen überschreiten, und die kommen einfach nicht. Was glauben Sie, was uns das für eine Anstrengung kostet? Seit 70 Jahren immer denselben Text zu senden und zu drucken ist langweilig, auf Dauer auch für die Konsumenten unserer Botschaft. Die schlafen uns doch ein! Aber wir brauchen wache Steuerzahler, die mit Begeisterung ihr Geld für immer neue Flugzeuge, Panzer und Raketen abdrücken. Und wenn schon keine Begeisterung aufkommt, dann sollten die wenigstens aus Angst zahlen.

Diese schöne Angst drohte nachzulassen, als vor Jahren der Sowjetladen geschlossen und der Warschauer Pakt aufgelöst wurde. Nicht, dass es in der Zeit davor einfach gewesen wäre, die russische Bedrohung als Tatsache zu verkaufen. Zumal diverse NATO-Staaten, allen voran die USA, diverse Länder militärisch angegriffen hatten. Gerade bei den intelligenteren Menschen löste die Wirklichkeit Zweifel an der Legende aus. Aber lange hat es geklappt. Mit Ihrer Hilfe müsste das auch heute noch möglich sein.

Es müssen ja keine Divisionen sein, Bataillone reichen schon. Könnten Sie nicht wenigstens die abtrünnigen Ukrainer im Donbass mit ein paar neuen Waffen versorgen? Oder müssen wir wieder altes Sowjet-Gift bei neuen Doppelagenten finden? Dass Sie dafür verantwortlich gewesen sind, haben zwar nur die ganz Blöden geglaubt, aber es hat die arme Theresa May damals jenes bisschen Reputation gekostet, die sie vor dem Brexit noch hatte. Lieber Herr Putin, müssen wir denn alles selbst machen? Wir haben es mit dem Putsch in der Ukraine und der Unterdrückung der russischen Minderheit doch wirklich versucht. Aber was kam von Ihnen? Wieder nichts. So kann das wirklich nicht weiter gehen.

Lieber Herr Putin,

Sie werden fragen „Und was hab ich davon, wenn ich meine Truppen in Bewegung setze?“ Na schön, wenn Sie ein paar kleine Grenzverletzungen drauflegen, werden wir Ihnen den Status der Großmacht wieder zuerkennen, den Ihnen Obama aberkannt hat. Wenn Sie als Supermacht anerkannt sind, haben dann alle ordentlich Angst vor Ihnen. Das macht kreditwürdig. Davon leben die USA seit Jahren. Denn jeder Gläubiger weiß: Wenn er zu laut nach seinem Geld ruft, kommt man umgehend vorbei. Mit der US-Navy.

Hoffnungsvoll,
Ihre NATO
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Am 06. April 2019 schrieb Ulrike Spurgat:

Putin an NATO

Liebe Kriegstreiber und Völkermörder,

zugegebenermaßen könnte auch mir des öfteren der „Kragen platzen,“ doch als ehemaliger KGB Mann… und mit einem Außenminister Lawrow, der der Fels in der Brandung ist, werden wir der Garant für den Frieden bleiben, da können Sie machen, was Sie wollen, außer Sie wagen es die russischen Grenzen zu überschreiten, Sie wissen trotz ihrer geistigen Verblödung was die Stunde denen geschlagen hatte, die uns vernichten wollten. Wir sind es gewohnt, für alles und jedes verantwortlich gemacht zu werden, vergessen werden wir nie was unseren Müttern, Vätern, unseren Familien, unserem Land angetan wurde.

Die Geschichte, ihr armseligen Gestalten, die froh sein können, wenn sie ohne Begleitung den Weg alleine nach Hause finden, hat gesprochen, hat ihr Urteil gefällt und wir, die den Krieg der Kriege erleiden mussten, werden wachsam sein und bleiben, in der Tradition des Friedens, dass steht im kollektiven Stammbuch Russlands, denn der kollektive Schmerz und das Wissen, was Frieden bedeutet, wird uns nicht zu unbedachten Handlungen bringen können, auch wenn mir manchmal danach ist, dem einen oder anderen die Fresse zu polieren.

Ihr Angsthasen, ihr Völkermörder, ihr Kleingeister wollt uns kleinkriegen, denn nie habt ihr Sowjetunion/Russland aufgegeben, das weiß ein jeder, der sich mit der Geschichte etwas auskennt. So sollen wir mit Sanktionen wirtschaftlich kaputt gemacht werden, mit dem Zwang zur Aufrüstung, denn Rüstung kostet viele Rubel, die an anderen Stellen dringend gebraucht werden. Die „Soziale Frage“ stellt sich in Russland dringender denn je. Und wir haben dreimal am Boden gelegen und sind immer wieder aufgestanden. Euch geht doch die Düse und so soll es bleiben. Leider können wir Ihrem Wunsch nicht nachkommen, denn unsere Soldaten wollen leben, wie ganz Russland.

Meine Damen und Herren: Niemals werden wir vergessen, was es heißt zu hungern, zu frieren… ins kollektive, historische Gedächtnis auf immer eingebrannt und „Nie wieder Krieg,“ dem werden wir solange verpflichtet bleiben, wie man unsere Existenzberechtigung militärisch nicht antastet, denn wir werden uns zu wehren wissen und das ist auch in den NATO Spatzenhirnen angekommen.


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