Wesen des Terrorismus

»Der Terrorist bin ich!«

Der US-Soldat Mike Prysner im Irak-Einsatz: (s)ein Bekenntnis

Ich wollte immer stolz auf meinen Einsatz sein, aber ich konnte nur Scham empfinden. Die Tatsache der Besatzung war nicht mehr durch Rassismus zu übertünchen, das waren Leute, menschliche Wesen. Seitdem quälen mich jedes Mal Schuldgefühle, wenn ich einen alten Mann sehe, wie den der nicht laufen konnte, den wir auf eine Trage rollten und die irakische Polizei anwiesen, ihn weg zu bringen. Wenn ich eine Mutter mit ihren Kindern sehe, wie die, die wild weinend schrie, wir seien schlimmer als Saddam, als wir sie aus ihrem Haus trieben. Wenn ich ein junges Mädchen sehe, wie jenes, das ich am Arm packte und auf die Straße zerrte. Man sagte uns wir kämpfen gegen Terroristen, der wahre Terrorist war ich und der wahre Terror diese Besatzung.

Rassismus war lange im Militär ein wichtiges Mittel, um die Zerstörung und Besatzung anderer Länder zu rechtfertigen. Er wurde als Rechtfertigung für das Töten, Unterjochen und Foltern der Völker benutzt. Die Regierung benutzt den Terrorismus als zentrale Waffe, er ist wichtiger als ein Gewehr, ein Panzer, ein Bomber oder ein Schlachtschiff, zerstörerischer als eine Granate oder ein Bunkerbrecher oder eine Rakete. All die Waffen, die eine Regierung erschafft und besitzt sind harmlos ohne die Menschen, die sie einsetzen.

Die, die uns in den Krieg schicken, müssen den Abzug nicht ziehen oder einen Mörser herum wuchten. Sie müssen den Krieg nicht kämpfen, nur verkaufen! Sie brauchen eine Öffentlichkeit, die bereit ist, ihre Soldaten auf den Weg des Verderbens zu schicken, die bereit sind zu töten und getötet zu werden ohne zu fragen. Sie können Millionen für eine einzige Bombe ausgeben, aber die ist erst dann eine Waffe, wenn die Militärs bereit sind, den Einsatzbefehl auszuführen. Sie können den letzten Soldaten überall auf der Welt hinschicken, aber Krieg gibt es nur, wenn die Soldaten auch bereit sind zu kämpfen.

Die Klasse der Herrschenden, der Milliardäre, die vom Leid der Menschen profitieren, sind nur auf Bereicherung und Kontrolle der Weltwirtschaft aus. Die haben nur Macht, wenn sie uns überzeugen können, dass Krieg, Unterdrückung und Ausbeutung in unserem Interesse liegt. Sie wissen, dass ihr Reichtum davon abhängt, das ihre arbeitende Klasse dazu bringen können zu sterben, um die Märkte anderer Länder zu kontrollieren. Um uns zum Töten und Sterben zu bringen, müssen sie uns weiß machen, das wir irgendwie etwas Besseres sind. Soldaten, Matrosen, Marines, Flieger haben gar nichts von dieser Besatzung, die große Mehrheit der Menschen in den USA hat nichts von dieser Besatzung. Tatsächlich haben wir nicht nur keinen Vorteil davon, sondern leiden darunter. Wir verlieren Gliedmaßen, erleiden Traumata und geben unser Leben. Unsere Familien müssen zusehen, wie fahnenbedeckte Särge in die Erde gesenkt werden. Millionen in diesem Land ohne medizinische Versorgung, ohne Job, ohne Ausbildungsplatz sehen zu, wie diese Regierung 450 Millionen Dollar pro Tag für diese Besatzung verschleudert.

Arme schuftende Menschen in diesem Land werden ausgeschickt, um arme schuftende Menschen in einem anderen Land zu töten, um die Reichen reicher zu machen. Ohne Rassismus würde den Soldaten klar werden, dass sie mehr mit dem irakischen Volk gemeinsam haben, als mit den Milliardären, die sie in den Krieg schicken. Ich habe im Irak Familien auf die Straße geworfen, nur um nach Hause zu kommen, und hier auf die Straße geworfene Familien zu finden. Es ist eine tragische und unnötige Zwangsvollstreckungskrise. Wir müssen aufwachen und erkennen, dass unsere wahren Feinde nicht in einem fernen Land sitzen. Das sind keine Leute, deren Namen wir nicht kennen und Kulturen, die wir nicht verstehen. Der Feind, dass sind Leute, die wir sehr wohl kennen, Leute, die wir identifizieren können. Der Feind ist ein System, das Krieg anzettelt, wenn es Profit bringt. Der Feind sind die Vorstände, die uns feuern, wenn es Profit bringt, die Versicherungen, die uns Behandlungen verweigern, wenn es Profit bringt, die Banken, die uns unser Heim wegnehmen, wenn’s Profit bringt.

Unser Feind ist nicht 5000 Meilen weg, sondern genau hier zu Hause. Wenn wir uns organisieren und gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern kämpfen, können wir diesen Krieg beenden, diese Regierung stoppen und eine bessere Welt schaffen.

Die Botschaft ist eindeutig: das Übel wird nicht an der Wurzel gepackt. Das Video ist beeindruckend. Und doch: auch diese Botschaft polarisiert in den Köpfen und Herzen der Menschen mit seiner Rhetorik von Kampf und Feind. Es ist — trotz "löblicher" Absicht — nichts anderes als das, was als Instrumentalisierung von Strömungen von jenen genutzt wird, die diese steuern.

Auch Soldat Prysner spricht von Kämpfen und verankert somit das, was er beabsichtigt zu ändern. Das Kampf-Vokabular und der Kampf-Gedanke ist derartig tief in der Psyche verwurzelt, dass "das eine gegen das andere" einen Denkraum des Zwangs erzeugt!

Trotz allem:
Es geht nicht um Veränderung des Finanzsystems, damit es "gerecht" wird: es kann nie "gerecht" sein, solange es — zumindest diesbezüglich — schon mathematisch vollkommen zum Scheitern verurteilt ist. Vielmehr handelt es sich um eine Pathologie im Ansatz.

Es geht nicht darum, Menschen "frei und unabhängig" zu machen. Es geht darum, Menschen auf subtile Weise zu vernichten.

Zum frei und unabhängig sein gehört ein sich selbst bewusster Geist, gehört es, weitgehend unbeeinflusst von Gedanken und Emotionen anderer zu sein respektive sich dieser Anteile der Beeinflussung im Klaren zu sein! Ein Geist, der sich in jedem Augenblick klar und vollbewusst ist, was vorgeht und was von ihm verlangt wird. Das — und nichts anderes — ist Bewusstheit. Sie ist vom psychologischen Bewusstsein zu unterscheiden.

Einen sich selbst bewussten Geist — der echtes Selbst-Bewusst-Sein darstellt — hat ein Mensch dann, wenn er selbstreflexiv ist. Wenn er weiß, wie und warum er wertet, be- oder verurteilt, was seine Impulse für das sind, woraus er (seine) Realität schafft.

Zwischen "in einem System denken" (oft der Grund für Dis-Kussionen) — somit innerhalb dessen Strukturen — und einem "selbsttätigen Erschließen der Welt ohne Prädefinition einer Wahrheit" liegt ein immenser Unterschied. Wer diesen Unterschied kennt, kann nicht hassen. Er wird lieben.

Terroristen sind deshalb vor allem jene, welche mithilfe von Metasystemen wie dem Finanzsystem das Bewusstsein der Menschen in einen Kreislauf zwingen, dem sie ohne entschiedenes "Aussteigen" niemals entrinnen können — und dieses "Aussteigen" als Verlust der Existenzgrundlage in materieller wie sozialer Hinsicht proklamiert wird: mentale Negation.

Terroristen sind jene, welche anderen eine integrative Erfahrung der Welt nicht "erlauben". Terroristen sind jene, welche das Leben nicht achten, die den freien Willen infrage stellen, und welche der Existenz von Lebensformen physisch wie psychisch ablehnend entgegentreten.

Aus der Neurowissenschaft sind Spiegelneurone und deren Effekte bekannt. Einer davon ist das Implementieren von Mustern aus der Umgebung.

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