Verfasst von: Dr. Who | 21.9.14

991 | Gegenwind zur Medienmanipulation: Genscher fordert verbale Abrüstung gegenüber Russland

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Die ARD ist ein Manipulationsbetrieb. Da werden die Zuschauer zumindest nicht nach jenen Grundsätzen informiert, welche der Deutsche Presserat für wahrhaftige Berichterstattung aufgestellt hat. Der Programmbeirat der ARD kritisierte auf einer Sitzung unlängst die ARD-Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt.

Da heißt es: Wichtige und wesentliche Aspekte des Konflikts seien von den ARD-Redaktionen »nicht oder nur unzureichend beleuchtet« worden, insgesamt zeigte sich die Berichterstattung »nicht ausreichend differenziert«. Die Inhalte hätten teilweise den »Eindruck der Voreingenommenheit erweckt« und seien »tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen« gerichtet.

Das Protokoll der Sitzung des neunköpfigen Gremiums liest sich wie eine Anklage. Und dann äußerte sich auch noch Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher zu unseren »Qualitätsmedien«. Den hetzerischen Sprachgebrauch in der Auseinandersetzung mit Russland und Putin hält Genscher für gefährlich und mahnt zur Mäßigung: »Ich bin der Meinung, dass wir zunächst in der Sprache insgesamt abrüsten sollten.«

Liest man jetzt auch noch das Protokoll des ARD-Beirates, dann wird das bestätigt, was die Leitmedien gern als »Verschwörungstheorie« abtun: Sie sind Tendenzbetriebe. Denn fast kein Wort fällt in dem Protokoll zur ARD öfter als das Wort »tendenziös« und »einseitig«. Wissenschaftliche Studien haben das ja unlängst auch für unsere anderen »Qualitätsmedien« belegt, wie etwa der Leipziger Medienwissenschaftler Uwe Krüger in seinem lesenswerten Buch Meinungsmacht enthüllt hat.

Sachbuchautor Udo Ulfkotte zitiert in seinem neuen Bestseller Gekaufte Journalisten den österreichischen Konfliktforscher Dr. Kurt Gritsch. Dieser bezichtigt auch unsere bürgerlichen »Qualitätszeitungen« nach ausgiebigen Studien heute, »Kriegstreiber« zu sein. Dr. Kurt Gritsch sagt:

»Lesen Sie gerne Zeitung? Und wenn ja, gehören auch Sie zu jenen, die bürgerlichen Qualitätsblättern wie ›FAZ‹, ›NZZ‹, ›Süddeutscher Zeitung‹ oder ›Die Zeit‹ die Stange halten? Ich bekenne: Ich gehöre nicht dazu. Nicht mehr, seit ich über viele Jahre feststellen musste, dass die publizistische Vorbereitung von Krieg dort Methode hat. (…) Das ist Kriegstreiberei und gehört auch als solche bezeichnet.«

Ulfkotte schreibt dann weiter in Gekaufte Journalisten:

»Wenn man sich heute rückblickend Artikel anschaut, dann kann man die Aussagen der Wissenschaftler Krüger und Gritsch verstehen. Da veröffentlichte die FAZ etwa vor vielen Jahren unter dem Titel ›Feigheit vor dem Bürger‹ Sätze wie: ›Die Rolle des weltpolitischen Zuschauers kann sich Deutschland nicht mehr leisten.‹ Die Botschaft des Artikels, so habe ich ihn verstanden: Noch mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan. Unsere Leitmedien begleiten zur Freude von Rüstungsindustrie, NATO, Politik und Finanzelite publizistisch aber nicht nur Kampfeinsätze in Afghanistan. Die Meinungsmacher sekundierten unserer pro-amerikanischen Politelite ebenso beim amerikanischen Einmarsch im Irak. Und sie schrieben auch bereitwillig die von den USA gewünschten ›Revolutionen‹ in Nordafrika und im Nahen Osten schön und versprachen uns dort Frieden und Demokratie, wenn auch wir Bürger in den aus Washington gesteuerten Chor nur laut genug mit einfielen. Was wir stattdessen seither bekommen, sind jedoch immer mehr Terror und Hass. Und tote sowie schwer verwundete eigene Soldaten bei Auslandseinsätzen. Nachdem unsere publizistischen Kriegstreiber den Flächenbrand im Nahen Osten angefacht hatten, brüllten sie später ungeniert ›Krieg!‹ in der Ukraine und Krim, wollten auch an der NATO-Ostgrenze zu Russland ›militärische Zeichen setzen‹. Im Hintergrund standen, wir werden das sehen, mitunter amerikanische Propagandaorganisationen. Unsere Leitmedien arbeiten jedenfalls wegen ihrer Verfechtungen mit US-Lobbyorganisationen wie der verlängerte Arm von Nato-Pressestelle, Rüstungsindustrie und einer kleinen Clique führender Politiker. Wir werden das im Detail aufzeigen.

Für jeden Durchschnittsbürger ist heute klar, dass beispielsweise die Revolutionen im Nahen Osten absolut nichts gebracht haben. Erstaunlich ist zudem, was uns die pro-amerikanischen deutschsprachigen Leitmedien auf diesem Gebiet seither verschweigen: Die Lage ist beispielsweise unter dem ägyptischen Präsidenten Al-Sisi viel verheerender als einst unter Präsident Mubarak. Sie ist jetzt so anti-amerikanisch, dass selbst US-Außenminister John Kerry im Juli 2014 sich einer peinlichen Sicherheitskontrolle unterziehen, abtasten lassen und durch einen Metalldetektor gehen musste, bevor er vom ägyptischen Staatsführer empfangen wurde. Unsere pro-amerikanischen Medien blenden so etwas im deutschsprachigen Raum lieber aus. Sie verschwiegen es wie so vieles, weil sie es den Menschen nach ihren Jubelartikeln über die im Nahen Osten angeblich anbrechende westliche Friedens- und Demokratisierungswelle schlicht nicht mehr erklären können.

Wer wissen will, warum unser Nachrichtenaufkommen so unendlich einseitig ist, der muss die Netzwerke im Hintergrund kennen, in denen jene Alpha-Journalisten eingebettet sind, welche es offenkundig teilweise kaum erwarten können, unsere Soldaten gleich wieder in den nächsten Krieg der Amerikaner zu schicken. Und nicht nur die enthüllt Autor Ulfkotte in Gekaufte Journalisten.

Hinweis: Die Sendung »Im Dialog: Alfred Schier mit Hans-Dietrich Genscher« sendet PHOENIX heute, Sonntag, um 11:15 Uhr. Danach dürfte sie vermutlich im Sendungsarchiv verfügbar sein.

Quelle: KOPP

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