Verfasst von: Dr. Who | 10.3.15

1160 | Prorussische Parteien in Europa etablieren sich

Russland hofft mittels prorussischen Parteien im Ausland auf neue Einflusshebel. Die kürzlich in Deutschland gegründete Migrantenpartei Einheit steht im Kontakt mit dem russischen Föderationsrat – ähnliche Parteien sollen in Frankreich und Italien entstehen, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Freitag.

Die Partei Einheit wurde nach Angaben ihres Vorsitzenden Dimitri Rempel im Frühjahr 2013 ins Leben gerufen und hatte Ende 2014 mehr als 4000 Mitglieder.

„Man kann sagen, dass wir die Position Russlands in vielen Fragen teilen – zur Ukraine, dem Widerstand gegen die Neuschreibung der Geschichte, den nationalistischen Stimmungen hier und in Europa. Hier sind wir Verbündete und bereit, Russland in diesen Fragen zu unterstützen“, sagt Rempel.

Ihm zufolge bekommt die Partei von Russland keine finanziellen Hilfen. „Wir als deutsche Partei wollen keine russischen Hilfen, sonst wird das als Einmischung verstanden. Die Partei und ihre Vertreter unterhalten Kontakte mit russischen Geschäfts- und Gesellschaftskreisen. Die Finanzierung der Partei erfolgt aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden“, sagt Rempel.

Laut dem Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrates, Igor Morosow, besteht die Hilfe für die Partei in der öffentlichen Unterstützung: „Wir pflegen Kontakt mit ihnen und sind der Ansicht, dass wir über ganz neue Prozesse nicht hinwegsehen dürfen. Man muss die neue Partei und ihre Entwicklung öffentlich unterstützen und sich auf parlamentarischer Ebene treffen.” Morosow zeigte sich überzeugt, dass die öffentliche Unterstützung durch Moskau der deutschen Partei nicht schaden wird.

Dem Parteivorsitzenden Rempel zufolge gibt es in Italien und Frankreich Initiativen, Ableger der Partei zu gründen. Es entsteht die Möglichkeit, in Europa zu kooperieren und an den EU-Parlamentswahlen teilzunehmen.

Passivität der Landsleute

„Unsere Menschen sind ziemlich unpolitisch, aber die Ereignisse in der Ukraine haben sie aufgewühlt – die Menschen gehen auf Demonstrationen, sammeln Hilfsgüter für das Donezbecken, sind in den sozialen Netzwerken aktiv“, sagt Rempel.

Dem Chefredakteur der Zeitschrift „Russland in der globalen Politik“, Fjodor Lukjanow, zufolge ist die Partei der Auswanderer und Migranten eine marginale Organisation, die keinen Einfluss auf die politische Landschaft Deutschlands ausübt. Sollte Russland politische Kräfte dieser Art unterstützen, so wären die Auswirkungen davon äußerst zweifelhaft, betont der Experte.

Quelle: http://de.sputniknews.com

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